08.05.2017

Ärger mit der Fritz Nols AG: Zwangsgeldandrohung durch BaFin

Erneut hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einer Aktiengesellschaft Zwangsgelder angedroht.

Hintergrund sind Verstöße gegen die Finanzberichterstattungspflichten des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG), hier insbesondere Paragraph 37. Der am 02.05.2017 ergangene, jedoch erst am heutigen Montag veröffentlichte Bescheid ist zwar sofort vollziehbar, jedoch noch nicht bestandskräftig. Allein die Höhe der angekündigten Bußen macht aufmerksam: satte 335.000 € stehen im Raum.

Letzte Bilanzen aus 2015

Kurzer Blick auf die unternehmenseigene Webseite der in Berlin beheimateten Firma: der Suchende findet einen übersichtlichen Auftritt in  orthographisch nicht ganz korrektem, leicht holprigem Englisch sowie auf Deutsch. Die Fritz Nols AG präsentiert sich hier als Unternehmensberatung für kleine bis mittelgroße Firmen. Hendrik Klein fungiert als Vorstand, die Herren Dr. Oliver Maaß, Jan Schaagen und Ernst-Henning Graf von Hardenberg bilden den Aufsichtsrat. Unter Media/Finanznachrichten wird auf einen Link verwiesen, der wiederum auf dortig gespeicherte Finanzberichte führt. Die letzten dort aufgeführten Bilanzen beziehungsweise Berichte stammen aus 2015.

Absturz zum Pennystock

Eine weitergehende Suche nach der Historie des Wertpapieres (WKN: 507090 / ISIN: DE0005070908) ergibt einen Kursverlauf, der dem einen oder anderen Kapitalgeber und Aktionär zwischenzeitlich Magenschmerzen bereitet haben dürfte. Nach Notierungen um die 50 € zu Glanzzeiten bewertet der Markt Fritz Nols mittlerweile und bereits seit geraumer Zeit als Pennystock. Auch das Echo der Diskussionsforen auf unterschiedlichen Finanzportalen kann selbst der gutmeinende Interessent kaum anders als großangelegte, vielstimmig-symphonische Kakophonie bezeichnen.

Verantworliche erfüllen Pflichten nicht

Was ist aus Sicht der in die Fritz Nols AG engagierten Investoren von dem dargebotenen Spektakel zu halten? Fest steht, dass mindestens teilweise die hier verantwortlich handelnden Herren Manager die ihnen zugewiesenen Aufgaben und Pflichten nicht erfüllen. Der ein oder andere Anleger könnte vor diesem Hintergrund möglicherweise auf den Gedanken kommen, zu versuchen, einen ihm etwaig entstandenen Schaden festzustellen und zu beziffern. Daraus wiederum dürfte sich eventuell die Frage ergeben, wer gegebenfalls für diesen Schaden haftungspflichtig gemacht werden könnte - und auf welche Weise dies wiederum durchzusetzen sein möge.

Bank- und Kapitalmarktrecht