26.04.2014

Aktientip Gilax Corp.: Anlagebetrug durch Marktmanipulation?

26.04.2014: wie die FAZ berichtet, gibt es Anlass, von einem neuerlichen Fall von vorgeblich todsicheren Aktientips in Zusammenhang mit entsprechender mutmaßlich bandenmäßig organisierter Marktmanipulation auszugehen.

Über telephonische Kaltaquise werden wohl in größerem Umfang insbesondere wohlhabendere Haushalte sowie Personenkreise mit akademischen Graden kontaktiert und teilweise täglich mit vermeintlich vertraulichen Informationen versorgt. Anlageziel ist hier die Gilax Corp., ein 2011 gegründeter Eisenbahnschwellenhändler.

Das Unternehmen wurde vergangenen Herbst von der schweizerischen Seidenschnur Verwaltungs AG zu mehr als drei Vierteln zu einem niedrig sechsstelligen Betrag übernommen, in den vergangenen Monaten zu einem Minenexplorer umfirmiert und schoß in der Gesamtbewertung auf bis über 12 Mio. Dollar nach oben. Mittlerweile notiert der Kurs bei gut einem Dollar, was einer Unternehmensbewertung von rund 4 Mio. Dollar entspricht. Laut unternehmenseigener Homepage gab es seit Unternehmensgründung bis Ende Januar 2014 keinerlei Umsätze - wohl aber einen sechsstelligen Verlust. Zu diesem Zeitpunkt betrugen die Barmittel 276 $, dies seien ebenfalls die gesammelten bilanzierten Vermögenswerte.

Eingehendere Recherche der FAZ ergab laut der dortigen Darstellung ein gewisses Dickicht an möglicherweise zwielichtigen Unternehmensverbindungen im Hintergrund der Seidenschnur Verwaltungs AG sowie mindestens teilweise einschlägig vorbelasteter Personen in den zugehörigen Eigner- respektive Führungsstrukturen. Konkret ist hier die Rede u.a. von einer "Legion Finance", der "Stonehard Consulting", die auf der Negativliste der Schweizer Finanzaufsicht steht, der "Dunmorr Group" sowie der "Stonehard AG" und deren Muttergesellschaft "Stonehard Investment". Als involvierte Personen werden hier aufgeführt unter anderem neben einem vermutlichen Callcenter-Mitarbeiter "Dr. Burg" von einer angeblichen "Firma Goldberg" die Herren Giovanni Lupino (Gründer der Seidenschnur AG), Zoran Samardzija, dessen Bruder Goran sowie ein gewisser Branislav Jankovic. Die in Rede stehenden Unregelmäßigkeiten involvierten laut Zitierung der "Schweizer Handelszeitung" mutmaßlich betrügerische Netzwerke, allein, es gelte für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

Wir empfehlen dringend potentiellen Investoren, von solcherart vermeintlich einzigartigen und hochrentablen Aktientips abzusehen und überhaupt schriftlichen sowie fernmündlichen Verkehr mit entsprechend dubiosen Personenkreisen zu vermeiden. Für den Fall, dass in diesem oder gleichartig gelagerten Fällen bereits Investments getätigt wurden oder schon Verluste vorliegen, sollten Betroffene umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte im Hinblick auf Strafanzeigen sowie Geltendmachung von Schadensersatzforderungenprüfen und gegebenenfalls in Angriff nehmen. Die auf Wirtschafts-, Banken- und Kapitalmarktrecht spezialisierten ADWUS Rechtsanwälte haben sich über die Jahre hinweg insbesondere auch auf dem Feld der effektiven Durchsetzung bestehender Ansprüche einen hervorragenden Namen erarbeitet, gerne dürfen Sie sich in dieser Hinsicht an uns wenden. Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht