31.01.2014

Börsenguru Markus Frick: weiterer Beschuldigter packt umfassend aus

Unter anderem die Wirtschaftswoche berichtet über einen weiteren Prozesstag im Verfahren um den bereits einschlägig vorbestraften ehemaligen "Börsenguru" Markus Frick.

Hier hat der 33-jährige Mischa H. aus Königstein von seinem Zeugnisverweigerungsrecht keinen Gebrauch gemacht, sondern nunmehr nach einigen Wochen Untersuchungshaft vor dem Landgericht Frankfurt umfassend ausgesagt. Vorgeworfen wird ihm von der Staatsanwaltschaft, Mitglied der Bande um Frick gewesen zu sein und über den Börsenbrief "Deutscher Aktiendienst" ahnungslosen Kleinanlegern wertlose Aktien empfohlen zu haben, um Hintermännern später zu ermöglichen, die eigenen wertlosen Papiere zu Phantasiekursen zu verkaufen.

Mischa H. berichtete nun ausführlich über Kontakte zu einem israelischen Staatsbürger, der "großes Interesse" am pushen der Aktie "LetsBuyIt" gehabt und hier selber mehrere Millionen Stücke gehalten habe. Bis zu 50 % Provision zuzüglich weiterer 20 % für die Kontakte zu Frick und weiteren Beteiligten sowie das vermitteln von E-Mail-Adressen wären für die erzielten Kurssteigerungen mit dem Israeli gemeinschaftlich vereinbart worden. Insgesamt seien gut 2 Millionen € geflossen, in Tranchen sei das Geld per Autokurier nach Frankfurt gebracht worden, er selber habe mehrere 10.000 € für sich einbehalten, außerdem Kurier und einen weiteren Beteiligten bezahlt sowie den Rest zu Frick nach Sinsheim gebracht. Micha H. spricht nun über weitere gepushte Aktien, am Beispiel von "Venatus" berichtet er von Manipulationen, die zum hochschießen auf vier Euro führten, dann über weiteres hochtreiben pro Tag um je 3-5 %. Abgesprochene und vorab eingestellte Kauf- und Verkaufslimits sollten hier dafür sorgen, dass es zu keinen unkontrollierten Ausschlägen komme.

Markus Frick hatte selber bereits am zweiten Prozesstag im vergangenen November eingestanden, 1,9 Millionen € für das bewerben der Aktie "LetsBuyIt" angenommen zu haben. Von einem weiteren Prozesstag am 23.12.2013 wird berichtet, dass er einschlägig weitergehend geständig gewesen sei. Mittlerweile sitzt Frick seit einem Jahr in Untersuchungshaft, die weiteren vier planmäßigen Termine im Prozess sind allesamt im Februar terminiert. Ende des Monats soll laut Aussagen von Oberstaatsanwalt Philipp Zmyj-Köbel ein Urteil ergehen, der Tatverdacht der Marktmanipulation dürfte zwischenzeitlich hinreichend belegt sein. Ob die Staatsanwaltschaft ihre Vorwürfe auf versuchten respektive vollendeten bandenmäßigen Betrug beweisen kann, bleibt abzuwarten, die Hürden liegen hier extrem hoch.

Was bedeutet die weitere Entwicklung für Geschädigte? Für den Fall der Verurteilung des oder der Beschuldigten dürften Schadensersatzansprüche mit sehr guter Aussicht auf Erfolg gegen die Verantwortlichen durchsetzbar sein. Wir raten erneut dringend allen Betroffenen, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Hilfe rechtliche Sicherungsmaßnahmen (beispielhaft Arrestpfändung) zur Absicherung und Durchsetzung bestehender Ansprüche einzuleiten. Eine Verurteilung zieht keineswegs automatisch Entschädigungszahlungen an übervorteilte Anleger nach sich, hier muss selbsttätig ein sogenannter zivilrechtlicher Titel erwirkt werden.

Die ADWUS Rechtsanwälte haben sich über die vergangenen Jahren eine außerordentliche Expertise auf dem Gebiet des Kapitalmarkts-, Wirtschafts- & Bankenrechts erarbeitet und führt hier ständig hunderte von laufenden Verfahren. Wir vertreten in der causa Frick bereits eine ganze Reihe von Geschädigten, gerne dürfen Sie sich - auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung der Sachlage - an uns wenden, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist RA Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht