12.01.2016

Canada Gold Trust-Fonds: Filetierung der Investoren

Erneut beschäftigt sich das Handelsblatt ausführlich mit dem Anlageskandal rund um die Canada Gold Trust-Fonds. Wie das Wirtschaftsblatt schreibt, scheinen die Geschlossenen Fonds zwischenzeitlich nur mehr durch die durch die Treuhandgesellschaft Xolaris beigetriebenen Rückzahlungen vorangegangener Ausschüttungen zu existieren.

Das Handelsblatt zitiert insoweit Treuhänder Rudolf Döring mit den Worten: "Das noch vorhandene Geld stammt nur aus Rückzahlungen der Anteilseigner", wohingegen "die notwendige Transparenz und Klarheit bei den ganzen Vorgängen" noch nicht wieder "hergestellt werden" konnte.

Insgesamt hatten die Fonds Anlegergelder in Höhe von rund 47 Millionen € eingesammelt. Wie mehrfach berichtet wurde, gelangte davon allerdings nur ein Bruchteil an die Goldschürfgesellschaft in Kanada, welche wiederum nur marginale Mengen der ursprünglich geplanten Quantitäten Goldes abgebaut hatte. Knapp 40 Millionen € scheinen gänzlich und spurlos verschwunden, die Mannheimer Staatsanwaltschaft ermittelt seit vergangenem Juli gegen den Gründer sowie weitere drei Manager mit Verdacht auf Untreue und Betrug. Insoweit stellt sich schon auf den ersten Blick massiv die Frage nach der Sinn- und Rechthaftigkeit der aufgestellten Rückzahlungsforderungen zum Weiterbetrieb der Fondsgesellschaft.

Zwar steht die zwischenzeitlich eingesetzte Treuhandgesellschaft Xolaris - bisher jedenfalls - noch nicht im Brennpunkt der Ermittler, wie das Handelsblatt schreibt. Merkwürdig sei jedoch, dass Treuhänder Döring die geschädigten Anleger zur schriftlichen Entlastung auffordere, mit Fristsetzung zum 15. Januar. Eine ganz offensichtlich notwendige Informationsveranstaltung hingegen sei erst für den 29. Januar geplant. Xolaris begründe das Vorgehen damit, die Sitzung nicht mit Formalien belasten zu wollen. Nach Aussage Dörings gehe es um Standardbeschlüsse. Mit den in den Anlegeranschreiben zitierten rund 100.000 € angefallenen Kosten für die Treuhandgesellschaft konfrontiert, bestätige Döring sein monatliches Salär von 4000 € und verweise auf sein hohes Engagement sowie die entsprechenden Leistungen im Sinne von Lösungen, die teilweise bereits im Jahr 2014 geleistet worden seien.

Aufmerksamen Beobachtern der Szene des sogenannten Grauen Kapitalmarktes ist Döring selber seit geraumer Zeit kein Unbekannter mehr: beispielhaft saß der "selbst erklärte Sanierer" (Handelsblatt) bis 2004 im Vorstand der zwischenzeitlich insolventen Fondsgesellschaft Frankonia.

Die dortig versprochene und gewährleistete "reibungslose Betreuung" führte einstweilen einige seiner vormaligen Management-Kollegen vor Gericht. Von Betrug und Untreue ist die Rede, die Staatsanwaltschaft Würzburg beziffert den mutmaßlichen Schaden wiederum auf rund 50 Millionen €. Geworben worden war mit Traumrenditen von 14% und mehr.

Das Handelsblatt beschreibt nun bildhaft die Situation eines in die CGT-Fonds investierten und massiv gesundheitlich angeschlagen und finanziell notleidenden Rentnerehepaares, von dem Rudolf Döring Arbeitslosenbescheinigung sowie ärztliches Attest im Gegenzug zur Aufhebung der Rückzahlungsforderungen verlange. Ursprünglich hatten die Ruheständler ihre Investition in die Fonds zur Absicherung ihres Lebensabends vorgesehen. Eine allgegenwärtige Konstante des Grauen Kapitalmarktes, der Finanzvertrieb Dima24, hatte in persona einer Beraterin die Anlage schmackhaft gemacht, geworben wurde damals auch hier mit sagenhaften 14 % Rendite. Wie viele andere Anleger stehe das Ehepaar nunmehr vor dem vollständigen finanziellen Ruin.

Wir empfehlen nochmalig dringendst allen geschädigten Investoren in die Canada Gold Trust-Fonds, keinesfalls den vorliegenden Rückzahlungsaufforderungen Folge zu leisten. Vielmehr sollte insbesondere auch aufgrund der komplexen Gemengelage entsprechend erfahrene anwaltliche Hilfe zu Rate gezogen und die weitere Vorgehensweise geprüft werden. Für unsere umfangreiche bestehende Mandantschaft sind wir in diesem Sinne aktiv und mit der Erstellung und Ausfertigung entsprechender Schadensersatzklagen in verschiedene Richtungen tätig. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht auch für eine unverbindliche kurze telephonische Aufnahme des Sachstandes kontaktieren.

Bank- und Kapitalmarktrecht