08.03.2017

China Specialty Glass AG: BaFin setzt Geldbußen fest

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat erneut eine Geldbuße gegen eine Aktiengesellschaft verhängt.

Die China Specialty Glas AG hatte gegen die Veröffentlichungsvorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes verstoßen. Wie die Bundesanstalt auf ihrer Internetseite mitteilt, seien der Öffentlichkeit Halbjahresfinanzberichte für 2015 sowie 2014 nicht beziehungsweise nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt worden. Gegen den Bescheid kann einstweilen noch Einspruch eingelegt werden.

Wie die BaFin weiter ausführt, sei die Strafe von insgesamt 247.500 € jedenfalls nach heutiger Rechtslage vergleichsweise milde zubemessen worden. Berücksichtigt worden sei hier die teilweise noch den Verstoßzeitraum überdeckende vorherige Fassung des Wertpapierhandelsgesetzes. Nichtsdestotrotz dürfte die Strafzahlung für das Unternehmen eine durchaus schmerzhafte Angelegenheit werden: die deutlich sechsstellige Summe wird nach Lage der Dinge kaum der Portokasse zu entnehmen sein.

Überhaupt scheint die Unternehmensgeschichte der China Specialty Glas AG nicht ansatzweise eine Erfolgsstory zu sein - entgegen der dortigen Selbstdarstellung. Im Sommer 2011 nach wiederholtem Anlauf aufs Börsenparkett gestolpert, kannte der Kursverlauf im wesentlichen nur eine Richtung, nämlich nach unten. Zum heutigen Start gesellten sich von Beginn an Unregelmäßigkeiten hinsichtlich der Berichtserstattungspflichten, das verantwortliche Personal im Vorstand und Aufsichtsrat führte die Jahre hinweg ein munteres Bäumchen wechsel dich-Spiel auf. Die geköderten Investoren in die Aktie jedenfalls stehen vor einem Scherbenhaufen: der als Pennystock gelandete chinesische Adler fliegt nicht mehr. Eine Menge Kapital jedenfalls ist zwischenzeitlich entfleucht. 

Der ein oder andere Kleinanleger dürfte sich hier die Frage stellen, wer für das zu betrachtende Debakel verantwortlich zu machen sein könnte: ganz offensichtlich jedenfalls und durch den Bußgeldbescheid der BaFin farbenprächtig illuminiert bleibt festzustellen, dass die verantwortlich handelnden Personen in Vorstand und Aufsichtsrat einer der "dominierenden Akteure" unter den "führenden Spezialglasherstellern" mindestens teilweise ihren Aufgaben nicht nachkommen. Vor diesem Hintergrund bekommen all die fantastischen Erfolgs-Pressemeldungen der vergangenen Jahre einen überaus schalen Geschmack.

Bank- und Kapitalmarktrecht