03.11.2014

Concept 1: Prozessauftakt im Strafverfahren gegen Jens B., als Inhaber der Firma Concept 1

Mit einer durchaus beeindruckenden Einlassung begann heute das Verfahren gegen den Inhaber der Firma Concept 1, Jens B. vor der 3. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth. 

Dem Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, Anleger durch Luftgeschäfte um ihr erspartes Geld gebracht zu haben. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wirft dem Angeklagten Betrug, Handeln ohne Erlaubnis nach KWG und Steuerhinterziehung vor.

In der heute stattgefundenen Hauptverhandlung ließ sich der Angeklagte über seinen Verteidiger zu den Vorwürfen in der Anklageschrift erstmals ein. Sinngemäß erklärte er, dass ihm die Sache vor seiner Familie und auch den Anlegern "peinlich" wäre. Die von ihm fingierten Finanzdienstleistungen hätte es nicht gegeben. Weder gab es die den vielen geschädigten  Anlegern versprochenen Mitarbeiteraktien, noch die für teures Geld veräußerten Absicherungen. Auch die sonstigen angebotenen Geschäfte wie Shorts oder Sparverträge, Unternehmensbeteiligungen etc. wären nicht vertragsgerecht durchgeführt worden. Letztendlich wurde überhaupt kein reales Geschäft sondern ein Schneeballsystem betrieben.

Als Motiv für sein strafrechtliche relevantes Verhalten führte er an, dass es ihm im Wesentlichen um Anerkennung gegangen wäre.

Befragt zu seinen persönlichen Verhältnissen erklärte er, dass er mindestens zwölf Jahre verschiedene Schulen besucht hätte. Das Gymnasium war nicht darunter. Abgeschlossen hat er nur die Grundschule. Danach habe er eine kaufmännische Lehre begonnen, diese jedoch auch wieder abgebrochen. Sodann habe er sich als Finanzdienstleister selbstständig gemacht. Näheres zu seinem Werdegang als Finanzdienstleister wollte er jedoch über die schriftliche Einlassung seines Verteidigers hinaus (noch) nicht erklären.  

Das Verfahren wurde sodann für heute unterbrochen und wird am kommenden Dienstagvormittag fortgesetzt werden.

Bank- und Kapitalmarktrecht