22.12.2016

Cosma-Goldkonzepte Stutensee: Razzia - Staatsanwaltschaft ermittelt

Wie eine Vielzahl seriöser Medien vermeldet, hat es in den vergangenen Tagen bei der Cosma-Firmengruppe aus Stutensee bei Karlsruhe mehrere Durchsuchungen sowohl der Firmenzentrale als auch weiterer Büros gegeben.

Die Mannheimer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaft teilt auf ihrer Webseite mit, sie habe wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges gegen eine Reihe Verantwortlicher der Cosma-Gruppe Ermittlungsverfahren eingeleitet. Hierbei sei gegen einen der Verantwortlichen, dessen Name, Alter sowie Stellung innerhalb der Firmengruppe nicht genannt wurden, Untersuchungshaft verhängt worden. Darüberhinaus seien umfangreiche Vermögenswerte sichergestellt sowie Daten und Geschäftsunterlagen beschlagnahmt worden, welche zwischenzeitlich ausgewertet würden.

Die bisherigen Ermittlungen hätten den Verdacht dahingehend erhärtet, dass bereits seit Ende 2014 "eine Vielzahl von Anlegern durch unzutreffende Angaben über die Sicherheit und die zu erwartende Rendite des beworbenen Goldanlagemodells getäuscht" worden seien. Wie der SWR auf seiner Internetseite schreibt, müsse von einem beträchtlichen Schaden ausgegangen werden. Genaue Zahlen habe eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht nennen wollen, es sei aber von Fehlbeträgen in Millionenhöhe auszugehen. 

Cosma habe Anlegern auf der Grundlage sogenannter "Goldkonzepte" Renditen von 8 % versprochen. Es lägen nun konkrete Anhaltspunkte dahingehend vor, dass Investorengelder in erheblichem Umfang nicht in zugesagter Höhe für den Ankauf des Edelmetalls verwendet und darüberhinaus tatsächlich erworbenes Gold nicht wie vertraglich vereinbart als insolvenzsicheres Sondervermögen verwahrt worden sei. Überdies habe im Rahmen der Ermittlungen ein "tragfähiges Konzept zur Erwirtschaftung der ... zugesagten Rendite nicht festgestellt werden" können.

Für die mutmaßlich geprellten Anleger stellt sich nun zunächst die Frage, wie hoch der tatsächliche Schaden schlussendlich ausfallen wird. Sodann wird ein kritischer Punkt die Zuordnung der Verantwortlichkeit für den möglicherweise entstandenen Millionenverlust sein. Im Fokus stehen dürften hier die verantwortlichen Personen der Fachabteilung Gold, direkt darüberhinaus aber sicherlich auch weitere Verantwortliche innerhalb der gesamten Konzernstruktur - immerhin sollte ein erheblicher Teil der Anlegergelder über Umlaufvermögen innerhalb der Cosma-Gruppe die versprochene Rendite erwirtschaften. Weiterhin könnte die mögliche Verantwortlichkeit auch von Personen im Umfeld der Firmengruppe wie Berater, Wirtschaftsprüfer und Vermittler von Interesse sein. Zuletzt und von besonderer Bedeutung für die Geschädigten stellt sich die Frage nach der Haftung sowie Solvenz innerhalb der Konzernstruktur im Hinblick auf die Befriedigung etwaiger Schadensersatzansprüche.

Bank- und Kapitalmarktrecht