11.12.2014

Dima24-Fondspleiten: Ermittlungen gegen Eigentümer

Das Handelsblatt berichtet in seiner online-Ausgabe exklusiv über eine weitere Verschärfung in der Tonlage bezüglich der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen gegen das durch den gelernten Maurer Malte Hartwieg gegründete weitverzweigte Unternehmensgeflecht rund um den Finanzvertrieb Dima24.

Ermittelt werde mittlerweile gegen mehr als ein Dutzend Personen, wie Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch von der zuständigen Münchner Staatsanwaltschaft mitteilte. Im Raume steht hier der Verdacht auf Kapitalanlagebetrug. Bereits im Sommer diesen Jahres waren eine Vielzahl von Privat- und Geschäftsräumen Hartwiegs im Rahmen einer Razzia durchsucht und Dokumente und Unterlagen beschlagnahmt worden.

Hartwieg hatte seinen vormaligen Mitarbeitern Renate Wallauer und Frank Schumann zuvor den in seinem Unternehmensgeflecht zentralen Finanzvertrieb Dima24 verkauft, eine Transaktion, die in informierten Kreisen und der seriösen Wirtschaftspresse als eine Art Asset-Deal im Rahmen eines sogenannten Management-Buy-Outs eingestuft wurde. Die vielfachen Umfirmierungen dieser sowie weiterer zusammenhängender Unternehmungen schürte hier mindestens den Verdacht auf den Versuch der Verschleierung und vor allem der eleganten Beseitigung von möglichen Haftungsfragen. Eine Einschätzung im übrigen, die durch die offensichtlichen Versuche des vormaligen Handwerkers Malte Hartwieg untermauert wird, Verantwortung im Hinblick auf seine kollabierenden Fonds auf andere beziehungsweise Mitarbeiter abzuwälzen. 

Für betroffene Anleger respektive Kunden der Dima24 dürften die nunmehr bekanntgewordenen Ermittlungen auch gegen die Inhaber Wallauer und Schumann keine gute Nachricht sein. Insbesondere deshalb nicht, weil offensichtlich der Verdacht im Raum steht, der Prokurist und die Geschäftsführerin hätten ihren Investoren jeweilig nachteilige Informationen im Zusammenhang mit ihren Investments verschwiegen. Wie das Handelsblatt weiter ausführt, sind mittlerweile mindestens 30 der rund 100 Firmen aus dem Unternehmenskomplex insolvent, unter anderem die Beteiligungen Selfmade Capital 1 bis 6 und NCI New Capital Invest 11, 16 und 19. Die Rede ist von etwa 150 Millionen im Feuer stehenden Anlegergeldern.

Beworben wurden die (geschlossenen) Fonds mit hohen Renditen von 12 % und mehr, insgesamt hat nach eigenen Angaben der Finanzvertrieb 2,3 Milliarden € eingesammelt. Zwischenzeitlich sind nun drei Insolvenzrichter mit den Mammut-Ermittlungen beschäftigt. Neben Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann versuchen überdies drei weitere Juristen Licht in das schier undurchdringliche Dickicht zu bringen, nach Pohlmanns Angaben das bisher komplexeste Verfahren seiner bisherig bearbeiteten etwa 600 Insolvenzen. 

Wir empfehlen ein weiteres Mal allen betroffenen Anlegern, möglichst zeitnah mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen weiteren Schritte zur Sicherung der Investitionen zu prüfen und gegebenenfalls umgehend zu unternehmen. In Rede stehen dürften hier neben Schadensersatzforderungen bezugnehmend auf die jeweilige Prospektierung zusätzlich vorsorgliche Pfändungsarreste gegen die verantwortlich Handelnden, wobei hier - wie stets - das sogenannte Prioritätsprinzip (wer zuerst kommt, mahlt zuerst) zum Tragen kommt. Gerne dürfen Sie sich in dieser Angelegenheit an uns wenden, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung des Sachstandes ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

 

Bank- und Kapitalmarktrecht