19.04.2014

Dima24: Malte Hartwieg verkauft Dima24 – weitere schlechte Nachricht für Anleger?

19.04.2014: wie die Wirtschafts-Plattform fondsprofessionell.de berichtet, hat der Gründer und bisherige Eigentümer Malte Hartwieg seine Vertriebsplattform Dima24 an seine bisherige Geschäftsführerin Renate Wallauer sowie den Prokuristen Dr. Frank Schumann im Zuge eines Management-Buy-outs verkauft.

Allerdings hätten Wallauers RW Capital Invest GmbH sowie Schumann laut Aussage der Dima24-Pressesprecherin Miriam Wolschon hier einen sogenannten Assetdeal getätigt, also nicht die alte Firma in eine neue Gesellschaft transferiert und umgewandelt, sondern nur unter anderem die Datenbank, den Kundenstamm und die Nutzungsrechte der Marke erworben.

FONDS professionell ONLINE stellt nun die Möglichkeit in den Raum, dass dieser Vorgang für unzufriedene respektive klagende Anleger nachteilig sein könnte. Es müsse davon ausgegangen werden, dass in der bisherigen Gesellschaft Dima24.de Anlagevermittlung GmbH kein Vermögen verbleibe und diese so zu einer wertlosen Hülle würde. Allfällige Schadensersatzforderungen liefen so ins Leere.

Vor kurzem hatte fondsprofessionell.de bereits berichtet, dass zahlreiche insbesondere in Beteiligungen der Selfmade Kapitel und NCI investierte Anleger gerichtlich gegen Dima24 vorgehen wollten und entsprechende Klagen vorbereiteten. In einem Schreiben hatte Hartwieg vergangene Woche den betroffenen Investoren ein Moratorium vorgeschlagen und diese gebeten, bis Ende des Jahres keine Forderungen gegen die Fonds, die Emissionshäuser, die Dima24 sowie gegen ihn persönlich zu erheben. Die Begründung war hier, dass die Klärung der Vorgänge und im Raume stehenden Vorwürfe noch einige Zeit in Anspruch nähme.

Die Gesamtheit der Ereignisse in und um die Unternehmensgruppe um Dima24 lässt für die hier investierten Anleger nicht viel Gutes erwarten: bereits 2012 hatte Hartwieg schon einmal die Betreibergesellschaft von Dima24 gewechselt. Nach einem Urteil am Landgericht München mussten im Zuge eines Vergleiches die Dima24.de Anlageberatung GmbH und die Selfmade Capital den Anteil eines klagenden Anlegers am geschlossenen Fonds Emirates 5 zurückkaufen. Anschließend wurde die Vertriebsplattform von der Dima24.de Anlageberatung GmbH durch die Dima24.de Anlagevermittlung GmbH übernommen, erstere wurde ebenso wie die Dima24.de Vermögensberatung GmbH aufgelöst.

Immer wieder waren in der Vergangenheit die unübersichtliche Gesamtstruktur der Unternehmensgruppe um den Gründer und Eigentümer Hartwieg kritisiert worden, ebenso wie die zwar leserfreundlichen, aber nach allgemeinem Urteil anlegerfeindlich aussagelosen und verworrenen dortig begebenen Prospekte und Leistungsberichte. Hartwieg selber hatte nach den Zahlungsausfällen in den vergangenen Monaten über den von ihm beauftragten Rechtsanwalt Werner Klumpe eine Detektei damit beauftragt, zu prüfen, ob das dich die in Rede stehenden Fonds eingesammelte Kapital tatsächlich "ausnahmslos und vollständig entsprechend den prospektierten Vorgaben" investiert worden sei. Die Kosten hierfür wolle er im Gegenzug zur Annahme des Stillhalteabkommens übernehmen. Im übrigen muss durch die Berichte auf fondsprofessionell.de der Eindruck entstehen, dass Hartwieg offensichtlich versucht, mindestens Teile der Verantwortung für den Verbleib der Anlegergelder auf den für die Investitionen innerhalb der Fondsgesellschaften Verantwortlichen, Christian Kruppa, zu überwälzen.

Die auf Wirtschafts-, Banken-& Kapitalmarktrecht spezialisierten ADWUS Rechtsanwälte warnen nachdrücklich vor jeglichem weiteren Investment in Produkte der Emissionshäuser innerhalb rund um die durch Hartwieg begründete Firmengruppe. Betroffene Investoren in die in Seenot geratenen Fondsprodukte sollten umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle möglichen Schritte zur Sicherung bestehender Ansprüche prüfen. Insbesondere durch die kolportierten Ermittlungen der zuständigen Behörden dürften sich hier bei der Erhärtung des Verdachts auf strafrechtlich relevante Tatverhalte beste Möglichkeiten zur Durchsetzung von Regressforderungen auch gegenüber den Verantwortlichen in der Unternehmensspitze ergeben, vorsorgliche Arrestpfändungen sollten hier mindestens erwogen werden.

Bank- und Kapitalmarktrecht