11.10.2016

Dr. Reinhard Vogt und die "amatra GmbH": BaFin ordnet Abwicklung an

Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf ihrer Internetpräsenz mitteilt, wurde mit Bescheid bereits vom 16.09.2016 Herrn Dr. Reinhard Vogt als Organ der amatra GmbH die Abwicklung der durch das Unternehmen unerlaubt erbrachten Anlageverwaltung aufgegeben.

Die in Hohenschäftlarn (vormals Ebenhausen) ansässige amatra GmbH habe über stille Gesellschaftsverträge Kapital von Anlegern angenommen, um diese über Wertpapiere auf dem Kapitalmarkt zu investieren. Jedenfalls für Privatanleger habe hier die erforderliche Erlaubnis durch die BaFin gefehlt.

Wie die BaFin weiter ausführt, wurde Herrn Dr. Reinhard Vogt aufgegeben, die über die eingesammelten Anlegergelder erworbenen Finanzinstrumente oder die andernfalls entstandenen Verkaufserlöse  auf Depots der betroffenen Investoren zu übertragen. Grundlage der Anordnung ist das Kreditwesengesetz (KWG), hier Paragraph 7 Abs. 1. es liegt noch keine Bestandskraft vor, allerdings ist die in Rede stehende Verfügung von Gesetzes wegen sofort vollziehbar.

Ein kurzer Blick auf die durch die amatra GmbH und Herrn Dr. Reinhard Vogt betriebene Web-Präsenz fördert zunächst keine genaueren Informationen über das dortig betriebene Angebot zu Tage. Eine junge Dame schaut dem Betrachter mit intensivem Blick ins Gesicht, darüber drei auf Englisch verfasste Zeilen, die eine Verbindung ziehen zwischen dem Urknall und dem offensichtlich erwünschten exponentiellen Wachstum auch bei der Geldanlage. Die hierfür angegebene Variable wiederum wird mit dem Firmennamen amatra konnektiert. 

Auf einer Unterseite der Webpräsenz ist der Abriss eines Lebenslaufes von Herrn Dr. Reinhard Vogt zu betrachten. Laut Eigendarstellung sei das Ziel seiner wissenschaftlichen Bemühungen die "Entwicklung mathematischer Algorithmen für automatisierte Investmentstrategien, die exzeptionell hohe Profite mit niedrigem Risiko kombinieren" sollen. Spätestens hier sollten bei jedem erfahrenen Marktbeobachter sämtliche Alarmglocken schrillen. Jedenfalls bleibt für die betroffenen Investoren zu hoffen, dass die "automatisierten Investmentstrategien" bis dato nicht zu einer Pulverisierung ihrer Einlagen geführt haben.

Bank- und Kapitalmarktrecht