12.02.2016

German Pellets-Anleihen und Genussscheine: erstaunliche Transaktionen der Familie L.

Nachrichten über das Firmenkonglomerat rund um die Grüne-Energien-Firma German Pellets und die dortig begebenen Anleihen und Genussscheine, hier wiederum insbesondere die demnächst zur Rückzahlung fällige Anleihe (WKN: A1H3J6) haben sich in den vergangenen Tagen überschlagen.

Zwischenzeitlich hat German Pellets Insolvenz angemeldet, wie zu hören ist, wurde die beantragte Insolvenz in Eigenregie von der zuständigen Behörde abgelehnt.

Die betroffenen respektive geschädigten Investoren hätten nach Stand der Dinge hierfür wohl auch kaum Verständnis haben können. Zu offensichtlich erscheinen die Parallelen zu einer ganzen Kette von Insolvenzen der vergangenen Monate und Jahre auf dem Felde der sogenannten Mini-Bonds. Millionen und Abermillionen an frischem Kapital waren hier eingesammelt worden, oftmals vom sprichwörtlichen Kleinanleger, der mühsam angesparte Reserven bei vermeintlich hoher Sicherheit für seine Altersvorsorge anlegen und mehren wollte.

Insbesondere die Wirtschaftswoche hat sich intensiv mit den Vorgängen in und um German Pellets beschäftigt. Die Rede ist hier von einem verzweigten Firmengeflecht, von der Ausreichnung hoher Millionenbeträge auch an ausländische Tochterunternehmen, der Gewährung umfangreicher Garantien für andere Firmen. Darüber hinaus scheint Firmenchef und Gründer Peter Leibold ein ausgesprochen fürsorglicher Familienmensch zu sein. Wirtschaftswoche-Autorin Annina Reimann berichtet über auffällige Transaktionen und Umstellungen, die voraussichtlich jedenfalls Ehefrau und Tochter nicht zum Schaden gereichen dürften. Überdies ist auch noch eine von der Familie kontrollierte Stiftung im Spiele.

Wenn nun betroffene Investoren auch noch beispielhaft vom Handelsblatt Zitate aus Interviews mit der Familie Leibold serviert bekommen, in denen etwa die Rede ist vom Entspannen durch Ausschlafen oder der allfälligen Recreation im Reitsport, dürfte hier das Verständnis für die aufgetretenen ungeheuren Verluste sich in Grenzen halten.

Die Rede ist immerhin von rund 270 Millionen €, die Peter L. eingesammelt hat. Bis zur Stunde jedenfalls bewirbt der Familienchef frohgemut seine Kapitalanlagen online mit den Worten: "Der Anleger, der in die Genussrechte von German Pellets investiert, hat auch ein gutes Gefühl, in der richtigen Branche zur richtigen Zeit in den richtigen Markt zu investieren". Genau das scheint allerdings nicht so richtig der Fall zu sein.

Wer trägt die Verantwortung für eine viertel Milliarde Euro Abschreibungsbedarf? Wir empfehlen jedenfalls dringendst allen betroffenen Geschädigten, keinesfalls derartige Verluste achselzuckend hinzunehmen und im Tagesgeschäft fortzufahren. Vielmehr dürften sich auch in der causa German Pellets hie und da Ansatzpunkte zur erfolgreichen Geltendmachung und Durchsetzung von bestehenden Schadensersatzansprüchen finden lassen. Gerne dürfen Sie sich als Betroffener in oben angeführter Angelegenheit an uns wenden.

Bank- und Kapitalmarktrecht