27.04.2016

German Pellets-Pleite: Anlegergelder komplett in Rauch aufgelöst?

Offensichtlich scheint es eine Reihe ernsthafter Kaufinteressenten für die sich im Insolvenzverfahren befindlichen unterschiedlichen Werke der German Pellets-Gruppe zu geben, wie unter anderem Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und Handelsblatt berichten.

Übereinstimmend wird allerdings darauf hingewiesen, dass die zu erwartenden Verkaufserlöse gerade einmal den zweistelligen Millionenbereich erreichen dürften - und die Anleihegläubiger sowie Inhaber der Genussrechte mit dem Totalverlust ihrer Einlagen rechnen müssen.

Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde hatte, wie vielfach berichtet, bei Übernahme ihrer Amtsgeschäfte gerade einmal eine vierstellige Summe in der Firmenkasse vorgefunden. Darüberhinaus habe es bereits Wochen, wenn nicht Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens deutliche Anzeichen für die fatale finanzielle Lage des Unternehmens gegeben: wie unter anderem das Handelsblatt ausführlich berichtet hatte, seien nach und nach Maschinen und Produktionsanlagen wegen fehlender Ersatzteile und nicht erfolgter Wartung ausgefallen. Überhaupt sei die Produktion auch wegen mangelnder Rohstofflieferungen immer weiter zurückgefahren worden - eine Vielzahl von Lieferanten sitzt bis heute auf unbezahlten Rechnungen. Diese Berichte legen im übrigen mindestens auch den Verdacht nahe, dass im Pleiteskandal um die German Pellets-Gruppe möglicherweise der strafrechtliche Tatbestand der sogenannten Insolvenzverschleppung sowie des Bankrotts berührt sein könnte.

Abgesehen von der kolportiert niedrigen zu erwartenden Verkaufssumme müssen die Investoren in die durch das Unternehmen begebenen Anleihen sowie die Genussrechte nun auch deswegen mit dem Totalverlust ihrer Einlagen rechnen, da, wie das Handelsblatt weiter ausführt, ganz offensichtlich so gut wie der gesamte werthaltige Maschinen- und Anlagenpark des Unternehmens durch die sogenannten Sicherheitsgläubiger wie Banken und Institutionellen Finanziers arrestiert zu sein scheint: nahezu überall klebten Zettel mit Aufschriften wie "Eigentum der Commerzbank" u.ä. mehr. Nachgerade anekdotischen Charakter haben im übrigen vor dem Hintergrund der desaströsen Gesamtlage Berichte dahingehend, unter der Leitung von Firmengründer Leibold seien regelhaft Maschinen und Anlagen mehrfach als Sicherheiten verwendet worden.

Apropos Firmengründer: Unternehmenschef Peter Leibold scheint nach wie vor abgetaucht - oder vielmehr in die Lüfte entfleucht. Auch hier gab es in den letzten Wochen immer wieder Berichte über eine emsige Nutzung des in einer der vielen GmbHs im Unternehmensgeflecht rund um German Pellets gehaltenen Privatjets. Und auch hier dürften die kolportierten Zahlen bei den tausenden gutgläubigen Privatinvestoren für massiven Unmut sorgen: geschätzte 3000 € pro Flugstunde sind auch in heutigen Zeiten für die meisten Menschen sehr viel Geld.

ADWUS Rechtsanwälte empfehlen allen betroffenen Geschädigten nochmals nachdrücklich, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich gangbaren Wege in diesem Sinne zu prüfen und gegebenenfalls zeitnah zu beschreiten. Wir bereiten derzeit Klagen gegen die Initiatoren und Verantwortlichen der Emissionen von German Pellets vor. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren.

Bank- und Kapitalmarktrecht