02.08.2016

Gesellschafterversammlungen der EURO GRUNDINVEST: Mehr Fragen als Antworten

Am 21.07.2016 haben in Freising Euro-Grundinvest-Gesellschafterversammlungen stattgefunden. Dies betrifft EGI 15, EGI 17, EGI 18 und EGI 20. Hierüber berichten wir nachfolgend.

Es sollte in diesem Zusammenhang ein „Gesamt-Sanierungskonzept“ erörtert werden. Hierbei ist vorgesehen, dass die Gründungskommanditistin der jeweiligen Fonds durch Beitritt einer neuen Kommanditistengesellschaft und dem Ausscheiden der bisherigen Gründungskommanditistin ausgetauscht wird. Sodann sollen die Immobilienbestände veräußert werden. Letztendlich läuft die Sanierung dann auf die Liquidation heraus.

Die damit einhergehenden Begründungen sind nicht ganz nachvollziehbar. Ganz offensichtlich geht es im Wesentlichen um die Vermeidung weiterer Schadensersatzklagen von EGI-Anlegern, die ja bereits teilweise vor dem Landgericht München als auch vor dem Oberlandesgericht München verhandelt und zugunsten der EGI-Anleger entschieden wurden. Sowohl das Landgericht München als auch das Oberlandesgericht München stellten schwerwiegende Prospektfehler fest und verurteilten sowohl die Gründungsgesellschafter als auch Ex-Dima24-Boss Malte Hartwieg persönlich.

Die Euro Grundinvest galt zuletzt noch als eines der solideren Anlageprodukte des Herrn Hartwieg. Erstmals in dieser Mitgliederversammlung erfuhren Anleger, wie es tatsächlich um ihre Beteiligungen steht. Offensichtlich ist nur noch mit maximal 10 Prozent Wert-Quote zu rechnen. Das liest sich auf er Homepage des Anbieters immer noch anders. Dort heißt es:

Zwar besitzen die noch bestehenden Fonds, die seit 2014 von Herrn Donhuysen geführt werden, Immobilien, diese sind jedoch weit weniger wert als ursprünglich prognostiziert und insbesondere auch weniger wert als investiert wurde.

Offen bleibt vor allem die Frage, welche Immobilie zu welchem Fonds gehört. Hier gab es immer wieder Verschiebungen von Immobilien zwischen den Fonds.

Herr Donhuysen schiebt die Schuld im wesentlichen auf den Vorbesitzer Malte Hartwieg. Die gesamte Geschäftsleitung, insbesondere auch die Bilanzen seien „chaotisch“ gewesen.

Insbesondere wurden die eingehenden Anlagegelder in den Fonds hin und her geschoben, um Vorabausschüttungen an Altanleger anderer Fonds durch frisches Anlegergeld zu gewährleisten. Im Hinblick auf den EGI 12, der gegenüber den Anlegern offensichtlich erfolgreich abgeschlossen worden sein sollte, musste Donhuysen und die weiter versammelte Geschäftsleitung auf Nachfrage mitteilen, dass man keine Immobilie in diesem Fonds konkret benennen könne. Offensichtlich wurden dieser Fonds ausschließlich mit Anlegergeldern anderer Fonds bedient. Offensichtlich auch ein Grund, weshalb ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München wegen des Verdachts des Kapitalanlagebetrugs u. a. gegen diverse Beschuldigte läuft.

Die Geschäftsleitung will sämtliche Fonds in absehbarer Zeit liquidieren. Bis zu diesem Zeitpunkt soll die Gründungsgesellschafterin ausgewechselt werden, da zu viele Klagen von Anlegern rechtshängig seien und insoweit die Existenz gefährdet wäre. Herrn Donhuysen geht es darum, dass kein Insolvenzverwalter Zugriff nehmen kann. Herr Donhuysen und sein Team wollen die Euro Grundinvest offensichtlich in Eigenregie und ohne gerichtliche Überwachung, wie in einem Insolvenzverfahren üblich, verwerten.

Wir können dieses Prozedere nicht befürworten, da insbesondere die zweifelhafte Arbeit des Managements und des Herrn Donhuysen der letzten 2 Jahre nicht transparent wird.

Dass die Herrschaften nicht transparent arbeiten, zeigt auch der Umstand, dass bis zum heutigen Tage noch unklar ist, wie die Anleger in den Gläubigerversammlungen abgestimmt haben. In einem heute geführten Telefonat wurde mir mitgeteilt, dass die Abstimmungsergebnisse derzeit noch ausgewertet werden. Im Laufe der Woche soll das Ergebnis mitgeteilt werden… Eine weitere Kommentierung erübrigt sich hierzu.

Wir raten allen betroffenen Anlegern, sich qualifiziert rechtlich beraten zu lassen.

Bank- und Kapitalmarktrecht