28.12.2016

Goldkonzepte der COSMA-AG: neuerlicher Betrugsfall auf dem Anlagemarkt?

Wie das Internetportal Goldmann Morgenstern & Partners (GoMoPa) berichtet, habe Isa Böhmer, Pressesprecherin der Mannheimer Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen dem Finanznachrichtendienst bestätigt, dass der Hauptverantwortliche der COSMA-Gruppe aus Stutensee nahe Karlsruhe in Untersuchungshaft sitze.

Es werde sowohl gegen ihn als auch gegen weitere Verantwortliche wegen gewerbsmäßigen Betruges ermittelt. Eine Vielzahl seriöser Presseorgane hatte in den vergangenen Tagen über Razzien mit Ziel verschiedener Firmen- und Büroräume sowie die Inhaftierung eines der Beschuldigten aus der Unternehmensgruppe berichtet. Tatsächlich jedoch hatten die Durchsuchungen bereits im vergangenen Jahr am 22. Oktober 2015 stattgefunden.

Stefan Gaetano Ala (40), Gründer und Aufsichtsratschef sowie Spiritus Rektor der COSMA-Unternehmensgruppe habe unter anderem als Geschäftsmodell zusammen mit seinem Vertriebschef Anlegern versprochen, hohe Renditen im Zusammenspiel von 70 % Einlagen von Gold als insolvenzfestes Sondervermögen sowie weiterer 30 % in besonders lukrative Anlagegeschäfte zu erwirtschaften. Herr Stefan Gaetano Ala, dem infolge einer Vorstrafe eigene Geschäftsführung untersagt sei, hatte einer Vielzahl von betroffenen Anlegern die Übertragung von Millionensummen in seine sogenannten "Goldkonzepte" schmackhaft gemacht.

Neu sind nun darüberhinaus weiterhin Hinweise dahingehend, dass sich die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht nur gegen Ala und seinen Vertriebschef, sondern vielmehr auch gegen die mehr als 1000 für die COSMA-Gruppe tätigen Vermittler richten. Diese hätten nicht nur Provisionen in enormer Höhe eingestrichen, sondern wären vielmehr spätestens nach einem entsprechenden Vortrag von dem Vertriebschef  bereits im Juni vergangenen Jahres darüber informiert gewesen, dass sie hier in einen großangelegten Betrug eingebunden seien. In einem - GoMoPa vorliegenden - Audiomitschnitt jedenfalls sei zu hören, dass bei der Landesbank Bayern in Nürnberg eingelagertes Gold der Anleger beliehen, verpfändet oder gar an die ESG-Scheideanstalt verscheppert worden wäre.

Aus Sicht einer Vielzahl von betroffenen Anlegern stellt sich nun bereits seit geraumer Zeit die Frage, weshalb die ermittelnden Behörden über ein Jahr brauchten, um dem mutmaßlich betrügerischen Treiben der Herren Ala & Co. sowie Konsorten ein Ende zu setzen. Zweifelhaft dürfte jedenfalls auch in diesem Fall sein, ob im Zuge der weiteren Ermittlungen und folgenden Prozesse eine Aufarbeitung überhaupt jemals gänzlich erfolgen wird und vor allem die annehmbar verschwundenen Vermögenswerte wieder vollständig auftauchen werden. Betroffene Investoren könnten jedenfalls beispielhaft mit dem Instrument des sogenannten dinglichen Arrestes eine vorsorgliche Sicherung ihrer Vermögenswerte betreiben, vorzugsweise mithilfe entsprechend erfahrener anwaltlicher Beratung. Ziel könnten hier sein die o.a. Beschuldigten sowie die eingebundenen Vertriebsleute und Vermittler, darüberhinaus weitere mutmaßlich verantwortliche Personen.

Bank- und Kapitalmarktrecht