28.01.2014

HKW-Personaldienstleister: Ausweitung der Pleite zum Kriminalfall – „Aktienexplorer“ verwickelt?

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe über zunehmende Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit der Pleite des Personaldienstleisters HKW.

Die vorläufige Insolvenzverwaltung hatte am gestrigen Dienstagabend gemeldet, dass das Unternehmen ein Darlehen einer Bank mit einem derzeitigen Wert von 2,6 Millionen € nicht bilanziert habe.

Dieses sei allerdings durch alle bestehenden Forderungen aus Warenlieferungen und Leistungen besichert. Außerdem hätte Gerrit Brunsveld, der Geschäftsführer der HKW Personalkonzepte, das gesamte durch die Anleihe (ISIN DE000A1K0QR1, Gesamtvolumen 10 Millionen €)eingesammelte Kapital in Form verschiedener unbesicherter Darlehen an eine Reihe von Unternehmen ausgereicht, die allesamt entweder von ihm geführt würden oder ihm anderweitig verbunden seien. Die Zahlungsunfähigkeit auch der Eigentümerin HKW Holding GmbH (diese hält 100 % der Anteile der HKW Personalkonzepte GmbH) führe nun allem Ermessen nach dazu, dass die gesamten Rückzahlungsforderungen in Höhe von 5,8 Millionen € nicht mehr werthaltig wären.

Zwischenzeitlich berichtet nun das Magazin FINANCE über die Vorbereitung einer Strafanzeige infolge dieser Vorgänge. Außerdem wird dort dargestellt, das ebenfalls am gestrigen Dienstag der Nachrichtendienst "Aktienxplorer" die Anleihe als Papier "aus dem grundsoliden Mittelstand" mit einem Kurspotenzial von 250 % zum Kauf angepriesen habe, insoweit seien Kurse von 50-60 % "absolut gerechtfertigt" (aktuell notiert das Papier im einstelligen Prozentbereich). Im Wertpapierprospekt hingegen würden die bestehenden Verbindlichkeiten nicht erwähnt, auch die Mittelverwendung werde dort gänzlich anders beschrieben: das eingesammelte Kapital sollte als Bankguthaben oder in gleichwertigen liquiden Anlagen gehalten werden, sofern es nicht für Akquisitionen verwendet würde.

Die auf Wirtschafts-, Banken- & Kapitalmarktrecht spezialisierten ADWUS Rechtsanwälte führen ständig hunderte von laufenden Verfahren auf diesen Gebieten. Wir raten dringend allen betroffenen Gläubigern der HKW Personalkonzepte, umgehend rechtliche Schritte zur Sicherung berechtigter Ansprüche mithilfe erfahrener anwaltlicher Vertretung zu unternehmen. Ansatzpunkte mit sehr guten Erfolgsaussichten könnten sein die sogenannte Prospekthaftung, die oben erwähnten Verbindlichkeiten sind hier nicht beschrieben, auch die Mittelverwendung entsprach ganz offensichtlich nicht den dortigen Darstellungen. Schadensersatzansprüche sollten sodann gegen die Organe respektive Verantwortlichen der Gesellschaften, insbesondere Herrn Gerrit Brunsveld, geltend gemacht und auf zivilrechtlichem Wege durchgesetzt werden. Genauer angesehen werden sollten in diesem Zusammenhang auch eventuelle Verbindungen zwischen der HKW und dem Nachrichtendienst Aktienexplorer.

Gerne dürfen Sie sich mit uns in Verbindung setzen, Ansprechpartner auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung der Sachlage ist RA Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht