27.10.2016

Immo Perfekt AG, München: Anordnung zur Abwicklung durch die BaFin

Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf ihrer Webpräsenz mitteilt, wurde mit Bescheid bereits zum 10.10.2016 der Münchner Immo Perfekt AG aufgegeben, ihre unerlaubt betriebenen Geschäfte abzuwickeln und das ohne Erlaubnis betriebene Einlagengeschäft umgehend einzustellen.

Es seien hier auf der Grundlage von Darlehensverträgen unbedingt rückzahlbare Gelder angenommen worden. Darüberhinaus müsse auch das ohne Erlaubnis betriebene Kreditgeschäft abgewickelt werden. Die Immo Perfekt AG habe hier Darlehen ausgegeben, die nun unter Berücksichtigung der mit den Darlehensnehmern geschlossenen Vereinbarungen schnellstmöglich rückzuführen seien. Die Verfügung der Bundesanstalt ist sofort vollziehbar, wenn auch noch nicht bestandskräftig.

Für die involvierten Marktteilnehmer, hier insonderheit die Kapitalgeber der Immo Perfekt AG bleibt zu hoffen, dass die Anordnung der BaFin nicht zu einer kurzfristigen Insolvenz und somit zu Zahlungsausfällen führt. Gerade in den vergangenen Monaten waren auf dem Kapitalmarkt immer wieder Fälle zu beobachten, in denen der BaFin im Zuge der Durchsetzung von entsprechenden Verfügungen durch rechtswidrig handelnde Gesellschaften auch noch die Schuld an auftretender Zahlungsunfähigkeit zugewiesen wurde.

Fraglich steht für den interessierten Beobachter, weshalb immer wieder entgegen der allgemein gültigen und bekannten Regeln Einlagen- und Kreditgeschäfte durch Einzelpersonen oder Unternehmen ohne die erforderlichen Grundlagen respektive Genehmigungen betrieben werden. Insbesondere dem sprichwörtlichen Kleinanleger sei hier nochmals dringend dazu geraten, in jedem Falle mit größter Vorsicht genau zu prüfen, wem möglicherweise über Jahrzehnte angespartes Kapital zur Verfügung gestellt werden soll.

 

Bank- und Kapitalmarktrecht