02.12.2013

Immobilienfonds IVG Euroselect 14: die Londoner Gurke (The Gherkin) ist faul

IVG Euroselect

02.12.2013: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, dass eine erste Klage eines Anlegers im Immobilienfonds IVG Euroselect 14 wegen Falschberatung und unrichtiger Prospektangaben anhängig ist. 

Das neue (Negativ-) Wahrzeichen der Londoner City mit dem eher abwertenden Spitznamen "Die Gurke" (The Gherkin) wurde Anfang der 2000er Jahre durch ein Tochterunternehmen der schweizerischen Unternehmensgruppe Swiss Re errichtet. Mittlerweile allerdings haben die Eigentümer der Büroimmobilie keine rechte Freude mehr an ihrem Engagement, ganz besonders trifft das auf die Zeichner des Immobilienfonds IVG Euroselect 14 zu: ihr Kapitaleinsatz ist total unter Wasser. Wie konnte das geschehen?

Die ursprünglichen Erstellungskosten für das Gebäude sollen bei rund 350 Millionen € gelegen haben, 2007 wurde ein Verkaufspreis von rund 600 Millionen € ausgehandelt, der Wert laut aktueller Leistungsbilanz für Frühjahr 2012 hingegen wurde auf nur rund 470-530 Millionen € taxiert. Ein Großteil der Kosten wurde über einen Kredit in Schweizer Franken finanziert, die Mieteinnahmen aber stets in britischen Pfund abgerechnet. Im Zuge der starken Abwertung des Pfund gegenüber dem Schweizer Franken kündigten die Banken die bestehenden Kreditverträge und restrukturierten auf ein Pfunddarlehen verbunden mit einem Stillhalteabkommen. Seither fließen sämtliche Erträge thesaurierend auf ein an die Banken verpfändetes Treuhandkonto. Darüber hinaus blieben die erzielten Mieteinnahmen deutlich hinter den prognostizierten Werten zurück, die Bewirtschaftungskosten für das Gebäude hingegen fielen weiter in ursprünglicher Höhe an.

Diese in der Gesamtheit verheerende Entwicklung führte nun dazu, daß es 2008 eine letzte magere Ausschüttung von nur 2,75% gab, auch der Zweitmarkt spricht eine deutliche Sprache: vor etwa drei Wochen wurden an der deutschen Fondsbörse zuletzt für die Anteile nurmehr etwa 5 % des Nominalwertes geboten. Geschätzt rund 9000 Anleger sollen von diesem faktischen Beinahe-Totalverlust betroffen sein.

Wir raten allen Anlegern dringend dazu, solcherart desaströs sich entwickelnde Investments nicht einfach hinzunehmen respektive abzuschreiben, sondern sich mit erfahrener rechtlicher Hilfe einen Überblick über etwaige mögliche Gegenmaßnahmen zu verschaffen. Die Erfahrung zeigt, dass hier mit ausreichendem Nachdruck in vielen Fällen substantielle Entschädigungen oder gar vollständige Rückabwicklungen erreichbar sind - massenhaft wurden in der Vergangenheit Fondsprodukte insbesondere an Kleinanleger durch die Vertriebsbanken verkauft, getrieben durch zum Teil geradezu exorbitante Provisionen.

Die nun anhängige Klage stützt sich auf verschiedene Punkte: in den Prospekten sei verschleiert worden, dass sowohl Verkäufer als auch Hauptmieter des Objekts zur Unternehmensgruppe des Schweizer Rückversicherers gehört hätten, außerdem sollen die prognostizierten Mieteinnahmen zu optimistisch dargestellt worden sein. Überdies wird Falschberatung hinsichtlich des Risikos für die Zeichnung dieses Immobilienfonds unterstellt, Gerichte auf allen Ebenen bis hinauf zum Bundesgerichtshof haben in der Vergangenheit hier regelmäßig anlegerfreundliche Urteile gefällt.

Die auf Wirtschafts-, Banken- und Kapitalmarktrecht spezialisierten ADWUS Rechtsanwälte haben bereits in einer Vielzahl ähnlich gelagerter Fälle Geschädigte vertreten und entsprechende Entschädigungen erstritten und durchgesetzt. Auch im Falle rechtskräftiger Verurteilung verantwortlicher Betrüger werden keinesfalls automatisch Geschädigte restituiert, vielmehr muss über den Weg eines sogenannten zivilrechtlichen Titels ein bestehender Schaden geltend gemacht und eingefordert werden. Gerne dürfen Sie als Betroffener sich mit uns in Verbindung setzen, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung der Sachlage ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

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