20.11.2014

Infinus-Anlage: noch immer keine Anklage in Sichtweite

20.11.2014: nach wie vor ist in dem mutmaßlichen gewaltigen Anlagebetrugsskandal um das weitgehend insolvente Unternehmensgeflecht um Infinus und FuBus (Future Business KGaA) noch nicht einmal einen Termin zur Erhebung der Anklage absehbar.

Wie unter anderem das Handelsblatt berichtet, wurde immerhin zwischenzeitlich für den 18.12.2014 ein bereits zweifach verschobener Termin für die Gläubigerversammlung für die Konzernmutter FuBus angesetzt. Zuvor müsse bis Ende November in beinahe 5000 Einzelterminen für die jeweils unterschiedlichen Orderschuldverschreibungen über die Wahl respektive Nichtwahl eines gemeinsamen sogenannten Gemeinsamen Vertreters abgestimmt werden, wie der Insolvenzverwalter Bruno Kübler mitgeteilt habe.

Nach der großangelegten Razzia in einer Vielzahl von Privat- und Geschäftsräumen der Unternehmensgruppe beziehungsweise der Verantwortlichen Manager vor über einem Jahr befinden sich nach wie vor fünf der Hauptbeschuldigten in Untersuchungshaft. Ein weiterer Topmanager war bereits Anfang des Jahres in die Freiheit entlassen worden, nach "umfangreich geständigen Aussagen", wie es damals hieß.

Unterdessen ist die Insolvenzverwaltung damit beschäftigt, Vermögenswerte der Unternehmensgruppe zu Gunsten der Insolvenzmasse aufzulösen und zu verwerten. Kürzlich wurde über vergleichsweise gute Ergebnisse im Hinblick auf die Immobilienverkäufe berichtet, die zur Prosavus AG gehörenden Luxusimmobilien im wesentlichen im Großraum Dresden konnten wohl deutlich über den Schätzwerten auf dem Markt plaziert werden. Aufgrund der Komplexität der bestehenden Gemengelage ist nach offiziellen Angaben eine möglicherweise zugunsten der Gläubiger zu erzielende Quote nach wie vor völlig unklar, im vergangenen Frühjahr war hier von der Insolvenzverwaltung vorsichtig von bis zu 20 % gesprochen worden. 

Den noch vorhandenen Vermögenswerten stehen Forderungen zehntausender Gläubiger von über 1 Milliarde € entgegen, die Frist zur Anmeldung bestehender Ansprüche läuft bis zum 2. Dezember 2014.

Wir empfehlen ein weiteres mal allen bislang untätig gebliebenen Geschädigten in dieser Sache, umgehend mit erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte zur Sicherung bestehender Einlagen zu prüfen und gegebenenfalls umgehend zu unternehmen. Für unsere umfangreiche Mandantschaft haben wir frühzeitig zur vorsorglichen Interessenswahrung neben allfälligen Schadensersatzklagen auch sogenannte Pfändungsarreste gegen sämtliche Hauptbeschuldigte beantragt und erwirkt. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Aufnahme des Sachstandes ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht