20.11.2015

Infinus-Pleite: begonnener Strafprozess vor Aussetzung?

Ziemlich genau zwei Jahre nach den umfangreichen Razzien gegen Privat- und Geschäftsräume des Unternehmenskomplexes um Infinus/FuBus hat am vergangenen Montag der Strafprozess

gegen sechs beschuldigte ehemalige Topmanager vor dem Landgericht Dresden begonnen - und steht möglicherweise direkt vor einer Aussetzung. Wie unter anderem der MDR vermeldet, wies das Gericht unter dem Vorsitzenden Hans Schlüter-Staats zwar am Abend des ersten langen Verhandlungstages einen Antrag der Verteidigung des Hauptangeklagten sowie eines weiteren Angeklagten wegen vermeintlicher Nichtzuständigkeit des Gerichtes ab.

Ein weiterer Antrag auf Aussetzung des Verfahrens wurde jedoch nicht entschieden. Die Verteidigung eines weiteren nur der Beihilfe Beschuldigten hatte hier argumentiert, die überaus umfangreiche beschlagnahmte Datenmenge sei keinesfalls vollständig ausgewertet worden. Eine ordnungsgemäße Verteidigung sei so nicht möglich, da damit zu rechnen sei, dass im Laufe des Hauptverfahrens weitere Beweismittel durch die Staatsanwaltschaft beigezogen werden würden.

Nach wie vor sitzen fünf der Hauptbeschuldigten in Untersuchungshaft. Ein sechster war bereits nach wenigen Monaten, nach umfangreichen geständigen Angaben, wie es damals hieß, wieder freigekommen. Den Angeklagten wird gewerbsmäßiger Bandenbetrug in besonders schwerem Fall sowie Kapitalanlagebetrug vorgeworfen. Der zuständige Insolvenzverwalter Bruno Kübler beziffert die ihm vorliegenden Forderungen mittlerweile auf über 2 Milliarden €. Völlig unklar hingegen ist nach wie vor der tatsächlich entstandene Schaden und die sogenannte Quote, also der zu erwartende prozentuale Rückfluss an geschädigte Kapitalanleger.

Für den aufmerksamen Beobachter kann der beschriebene Prozessauftakt zum in Rede stehenden gigantischen Wirtschaftsstrafverfahren im Sinne der weiteren Aufklärung kaum Gutes erahnen lassen.

Insbesondere auch weitere im Raume stehende Vorwürfe, die zuständigen Behörden hätten das umfangreiche beschlagnahmte Datenmaterial an private Dienstleister zur Auswertung übergeben, könnten möglicherweise Zweifel an der Kompetenz der sächsischen Justizbehörden hinsichtlich der dortigen Wirtschafts- und Kapitalmarktkenntnisse wecken.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei ADWUS Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath ist regelhaft mit hunderten von laufenden Verfahren auf diesen Gebieten beschäftigt und hat sich namentlich im Hinblick auf die wirksame Durchsetzung bestehender Forderungen eine ausgezeichnete Expertise erarbeitet. Wir vertreten in der causa Infinus/FuBus zwischenzeitlich eine große Zahl Geschädigter und haben insbesondere wegen der erfolgreichen Beantragung und Erwirkung sogenannter Pfändungsarreste gegen sämtliche Hautbeschuldigte im Sinne unserer Mandantschaft eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen. Wir empfehlen ein weiteres Mal allen Betroffenen, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle möglichen Schritte zur Rekuperation eingesetzten Kapitales zu prüfen und zeitnah zu unternehmen. Gerne dürfen Sie sich in dieser Hinsicht mit uns in Verbindung setzen, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht