29.04.2014

Infinus-Pleite: wusste die Ergo bereits 2002 Bescheid?

29.04.2014: nach einem Bericht der online-Ausgabe des Handelsblattes besteht der dringliche Verdacht darauf, dass das Versicherungsunternehmen Ergo über Jahre hinweg trotz massiver interner Warnungen hochgradig fragwürdige Geschäftsbeziehungen zu der in einen gigantischen Anlagebetrugsskandal verwickelten Finanzgruppe unterhalten hat. So sei bereits im Jahr 2002 ein Detektiv damit beauftragt worden, die in Rede stehenden Verträge respektive ein Tochterunternehmen der Infinus zu überprüfen. Dieser habe anschließend unter anderem davor gewarnt, dass hier Geldwäsche zulasten dortig investierter Anleger betrieben werden könnte. Diese massiven Verdachtsmomente wurden allerdings offensichtlich ignoriert.

 

Auch vielfache weitere betriebsinterne Hinweise und Warnungen blieben offensichtlich folgenlos, namentlich spricht das Handelsblatt von einem Risikomanager, der zehn Jahre später, im Jahre 2012, mehrfach Alarm schlug. Allein, auch dessen Verweise auf Reputationsrisiken im Zusammenhang mit der infragestehenden Geschäftsbeziehung sowie die Problematik mit eventuell bestehenden Konflikten hinsichtlich gesetzlicher Vorschriften verhallten ungehört. Die Abschlüsse großvolumiger Lebensversicherungen mit teilweise exorbitanten Provisionrückflüssen direkt in die Infinus-Gruppe liefen in Millionenhöhe weiter, zuletzt am 1. Oktober 2013, kurz vor den Razzien der Dresdner Staatsanwaltschaft.

Diese wirft dem Unternehmenskonglomerat unter anderem Anlagebetrug und Bilanzfälschungen sowie hinsichtlich der in Rede stehenden Lebensversicherungsgeschäfte das Betreiben von Provisionskarussellen vor. Der Versicherungskonzern Ergo hingegen wäscht seine Hände in Unschuld: laut Handelsblatt lautet die offizielle Version hier: "Im Nachhinein und im Licht der aktuellen Erkenntnisse müssen wir leider feststellen, dass Infinus unsere Produkte offenbar zweckwidrig eingesetzt ... hat". "Negative Einzelinformationen oder Einzelmeinungen, die ist durchaus gegeben hat, waren letztlich nicht verifizierbar ...". 

Wir vertreten zwischenzeitig eine große Zahl geschädigter Anleger und haben neben entsprechenden Schadensersatzklagen zwischenzeitlich Pfändungsarreste auch gegen sämtliche Hauptbeschuldigte aus der Unternehmensspitze beantragt und erwirkt. Diese Vorgehensweise versetzt unsere umfangreiche Mandantschaft in eine hervorragende Position zur tatsächlichen und effektiven Durchsetzung bestehender Ansprüche. Wir empfehlen nochmals dringlich allen bis dato untätig gebliebenen Betroffenen, umgehend mit erfahrener rechtlicher Vertretung alle anwaltlich möglichen Schritte zur Sicherung bestehender Investments zu unternehmen. Gerne dürfen Sie sich in dieser Angelegenheit an uns wenden, Ansprechpartner auch für eine unverbindliche kurze telefonische Sachstandsanalyse ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht