03.01.2017

Inkasso-Betrug durch Identitätsklau: Millionenschäden durch Fake-Inkasso

Der Bundesverband der Deutschen Inkassounternehmen warnt vor einer neuen Betrugsmasche:

ganz offensichtlich versuchen bereits seit Monaten Betrüger in großem Stil, Privatleuten und Unternehmen unter Vortäuschung falscher Identitäten Zahlungen über Inkassoschreiben abzupressen. Die Vorgehensweise ähnele sich hier: Namen und Adressen tatsächlich bestehender seriöser Inkassounternehmen würden gekapert, um mit gefälschten Anschreiben gegenüber potentiellen Opfern Zahlungsverpflichtungen zu behaupten.

Ganz offensichtlich scheint die Masche in einer Vielzahl von Fällen im Sinne der Betrüger von Erfolg gekrönt zu sein: der Bundesverband spricht von Schäden in Millionenhöhe. Ganz besonders ärgerlich sei, dass hierbei zwangsläufig auch der Ruf seriöser Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen werde und sich die Spur der Täter oftmals verliere. Es müsse von ganzen Täterbanden insbesondere im osteuropäischen Ausland ausgegangen werden, Ermittlungen gestalteten sich in aller Regel äußerst schwierig bis unmöglich.

Nach Angaben des Bundesverbandes sei bereits mehr als jedes neunte deutsche Inkasso-Unternehmen von den aktuellen Betrügereien betroffen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass bereits Hundertausende von Briefen in dieser Hinsicht verschickt worden seien, darüberhinaus massenhaft Mahnungen und Drohschreiben in Form von SMS oder E-Mails. In einem einzigen aktuellen Falle sei ein Schaden in Millionenhöhe entstanden, insoweit sei eine gesamte und bundesweite Schadenshöhe kaum abschätzbar. Zwischenzeitlich ermittele eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft auf diesem Gebiet. Der Bundesverband der Inkassounternehmen allerdings verlangt deutlich weitergehende Maßnahmen und fordert entschiedeneres Handeln der Behörden sowie weitergehende gesetzliche sowie ermittlungstaktische Abstimmung auch über die europäischen Grenzen hinweg.

Betroffene Privatleute und Unternehmen sollten in jedem einzelnen Fall genau prüfen, ob vorliegende Mahnschreiben überhaupt plausibel und nachvollziehbar sein können. Beispielhaft sollte zunächst stets überprüft werden, ob das vorgebliche Inkassobüro im offiziellen Rechtsdienstleistungsregister aufgeführt ist. Dies kann mit wenigen Mausklicks auf der offiziellen Internetseite (www.rechtsdienstleistungsregister.de) nachvollzogen werden. Eine diesbezügliche Registrierung ist für jedes Unternehmen, welches Inkasso betreibt, deutschlandweit vorgeschrieben. Mit der allergrößten Vorsicht sollten darüberhinaus Forderungen behandelt werden, deren Anlass nicht nachvollziehbar ist, insbesondere, wenn angegebene Bankverbindungen ganz offensichtlich ins Ausland verweisen. Im Zweifel empfehlen wir dringlich, vor eventuellen Zahlungen entsprechend erfahrenen anwaltlichen Rat und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Bank- und Kapitalmarktrecht