10.04.2017

Kryptowährung OneCoin: BaFin sperrt Konten und verfügt Geschäftseinstellung

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat bereits am 17. und 20. Februar 2017 eine Kontensperre zulasten der IMS International Marketing Services GmbH, Greven bei Münster, verhängt und dies nun bekannt gegeben.

Die BaFin hat weist ausdrücklich darauf hin, dass  Aussagen zur zivilrechtlichen Gültigkeit der abgeschlossenen Verträge nicht gemacht werden können. Die Bescheide der BaFin seien zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jeweils noch nicht bestandskräftig.

Die Kontosperr-Verfügungen betreffen jedenfalls alle bekannten und noch aktiven Konten der Gesellschaft. Die in Rede stehende Maßnahme ist von Gesetzes wegen sofort vollziehbar.

Darüber hinaus wurde der IMS International Marketing Services GmbH das für eine Firmengruppe rund um die Onecoin Ltd, Dubai, unerlaubt betriebene Finanztransfergeschäft mit Bescheid vom 05.04.2017 verboten. Die zuletzt getätigten Geschäfte mit OneCoin-Anlegern seien sofort rückabzuwickeln, jedenfalls, solange die nicht gepfändeten und noch vorhandenen Bankguthaben ausreichten. Den Maßnahmen zugrunde liegen die Bestimmungen des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG), Paragraph 4 Abs. 1.

Der IMS GmbH werden in der Verfügung der BaFin im Hinblick auf Zuwiderhandlung gegen die o.a. Verfügungen Zwangsgeldandrohungen in Höhe von 1,5 Millionen € respektive 150.000 € in Aussicht gestellt. Wie die Bundesanstalt weiter ausführt, habe die Dubaier Onecoin Ltd über ein ganzes Netzwerk von Gesellschaften und ein mehrstufiges Vertriebssystem als Krypto-Währung deklarierte virtuelle Werteinheiten vertrieben. Die hierfür eingesammelten Gelder seien über eine Vielzahl unterschiedlicher Bankkonten verschiedener deutscher Kreditinstitute insbesondere auch an dritte Personen im Ausland weitergeleitet worden.

Diese Vorgänge seien nach deutschem Recht als Finanztransfergeschäft zu qualifizieren. Eine hierfür erforderliche Erlaubnis durch die BaFin habe die IMS International Marketing Services GmbH nicht besessen. Wie die Bundesanstalt auf ihrer Webseite weiter ausführt, habe das Unternehmen alleine im Zeitraum zwischen Dezember 2015 und Dezember 2016 etwa 360 Millionen € Anlegergelder eingesammelt. Knapp 30 Millionen hiervon lägen noch auf den momentan gesperrten Konten.

Was ist aus Sicht betroffener OneCoin-Anleger von der ganzen Sache zu halten? Eine etwas ausführlichere Internetrecherche fördert ein buntes Kaleidoskop der unterschiedlichsten Informationen zutage. Da sind zunächst die mutmaßlich von OneCoin selber betriebenen Seiten zu nennen: hier ist die Rede von einer Finanzrevolution, von Transparenz und Sicherheit, Vertrauen und Verlässlichkeit, Verantwortung und Innovation und was der phantastischen Versprechungen mehr sind. Darüber hinaus existieren eine erhebliche Anzahl an anpreisenden YouTube-Videos. Abgesehen von einer gewissen Frau Dr. Ruja Ignatova, angeblich "OneCoin-Gründerin und Visionärin", sind allerdings Informationen zur weiterem Personal sowie handfeste Daten und Fakten Mangelware. Es fehlen insbesondere konkrete Informationen zum sog. Blockchaining. Das Blockchain-Verfahren ist die technische Basis für sogenannte Kryptowährungen und ist ein webbasiertes, grundsätzlich dezentralisiertes, öffentliches Buchhaltungssystem aller Bitcoin-Transaktionen, die jemals getätigt wurden. Im Falle von Onecoin verhält sich das System offenbar weder dezentral noch öffentlich.

Zur IMS International Marketing Services GmbH findet sich immerhin im Handelsregister beim Amtsgericht Steinfurt eine Geschäftsführung: eine gewisse Manon Hübenthal ist hier verzeichnet, einzelvertretungsberechtigt und vor Änderung des Familiennamens als Manon Wißmann benannt. Weitere Informationen fehlen. Immerhin interessierte sich die BaFin ganz offensichtlich schon vor geraumer Zeit für den Fall.

Zwischenzeitlich gab es weitere Maßnahmen der BaFin sowie ähnliche Maßnahmen anderer Finanzaufsichtsbehörden im Ausland. Wir verweisen hierzu auf unsere weiteren Berichterstattungen sowie unsere konkreten Informationen unter

www.OneCoin-Hilfe.de: ADWUS informiert. Kostenloses Ersttelefonat. 24h-Rufnummer: 0911/5064650.

Für eine unverbindliche Bestandsaufnahme stehen wir Ihnen jederzeit, auch abends und am Wochenende zur Verfügung. 

Bank- und Kapitalmarktrecht