01.09.2016

KTG Agrar-Pleite: Staatsanwaltschaft ermittelt

Wie die WirtschaftsWoche exklusiv berichtet, hat die zuständige Hamburger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Vorstandschef der KTG Agrar SE, Siegfried Hofreiter, sowie weitere vier verantwortliche Manager aufgenommen.

Der Vorwurf laute hier auf mögliche Falschdarstellung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und somit Verstoß gegen das Aktiengesetz beziehungsweise grundlegende Veröffentlichungspflichten.

Auf Nachfrage habe Hofreiter der Wirtschaftswoche gegenüber auf die Unschuldsvermutung verwiesen. In der nun sich im Fokus der Ermittlungen befindenden Unternehmenspleite und dem sich möglicherweise abzeichnenden Kriminalfall hatte die Unternehmensgruppe am Kapitalmarkt rund eine halbe Milliarde Euro eingesammelt. Nach wie vor ist, wie unter anderem auch das Finance Magazin ausführlich darlegt, der Verbleib großer Teile des Kapitals völlig unklar.

Gerade erst hatte KTG Agrar die konzerneigene Beschaffungsplattform Delta Agrar als insolvent gemeldet, ein weiterer Dominostein innerhalb des Unternehmensgeflechtes. Nun lägen dem Finance Magazin interne Dokumente vor, die auf eine möglicherweise kurz bevorstehende Pleite der KTK Getreidelager und Handel hindeuteten. Diese wiederum sei gewissermaßen das Gegenstück zur Delta Agrar und als für Handel und Verkauf zuständiger Unternehmensteil gewissermaßen die Finanzdrehscheibe des Konzerns.

Übereinstimmenden Berichten zufolge hatte das Konzernmanagement Millionensummen zwischen den einzelnen Firmen hin- und hergeschoben, ein Umstand, der durch die reihenweisen Unternehmenspleiten keine besonders guten Prognosen für die Forderungen der vielen Gläubiger bedeuten. Wir prüfen zwischenzeitlich die weitere Vorgehensweise in o. a. Angelegenheit im Auftrag bestehender Mandantschaft.

Bank- und Kapitalmarktrecht