30.06.2016

KTG Agrar: Sensenmann winkt mit Insolvenz

Die seriöse Wirtschaftspresse beschäftigt sich täglich eingehender mit den Vorgängen innerhalb der KTG Agrar SE. Die Befürchtung einer kurzfristigen Insolvenz steht immer deutlicher im Raum und wird mittlerweile auch aus dem Unternehmen heraus thematisiert.

Hintergrund ist die verschobene Zinszahlung für die im kommenden Jahr fällige Anleihe, rund 15 Millionen € wären hier Anfang Juni fällig gewesen. Problematisch für das Unternehmen ist nun vor allem das in den Anleihebedingungen festgehaltene Sonderkündigungsrecht für den Fall, dass sich die Couponzahlung mehr als 30 Tage verzögert.

Da das Unternehmen die bereits auf die ursprünglich geplante Hauptversammlung am heutigen Donnerstag verschobene Ausschüttung nach deren miserabel begründeter ("Erntebeginn") Umdisposition in den September überhaupt nicht mehr thematisiert, rückt nun die sofortige Fälligstellung des gesamten Volumens in Höhe von 250 Millionen € in den nächsten Tagen in den Bereich des wahrscheinlichen. Beispielhaft das Handelsblatt zitiert einen Unternehmenssprecher in dieser Hinsicht mit den Worten: "Solange die Zinszahlung nicht geleistet wurde, kann eine Insolvenz nicht ausgeschlossen werden".

Wie bereits beschrieben, scheinen die Marktteilnehmer respektive Aktionäre sowie Anleihegläubiger des Unternehmens diese fatale Entwicklung für hoch wahrscheinlich zu halten - anders kann das massive Abschmieren der jeweiligen Kurse kaum gedeutet werden. Die betroffenen Investoren mögen sich zwischenzeitlich die Frage stellen, ob nicht die Verantwortlichen im Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren, in denen dreistellige Millionenbeträge am Markt eingesammelt wurden, möglicherweise schon Kenntnis von den sich abzeichnenden Schwierigkeiten gehabt haben könnten - was im Zweifelsfall Schadensersatzansprüche bis hinein in die personelle Ebene begründen dürfte.

Bank- und Kapitalmarktrecht