18.11.2016

Laurèl ist insolvent - nächste Pleite bei Mittelstandsanleihen - Schadensersatz?

Der Markt der sogenannten Mittelstandsanleihen kommt nicht zur Ruhe: am Montag musste das Modehaus Laurèl Insolvenz anmelden

Das Unternehmen aus dem Münchner Vorort Aschheim steckte bereits seit längerer Zeit in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten und hatte nach einem Investor Ausschau gehalten. Die chinesische Shenzhen Oriental Fashion Asset Management Co. Ltd. Hatte zuletzt als strategischer Investor Interesse gezeigt und nun aber kurzfristig mitgeteilt, "für ein Investment in die Laurèl GmbH außerhalb der Insolvenz nicht mehr zur Verfügung" zu stehen.

Das Unternehmen hatte seine Anleihegläubiger im Vorfeld ersucht, einer Herabsetzung der jeweiligen Hauptforderung auf 22 % zustimmen. Darüberhinaus sollten fällige Zinszahlungen gestundet werden, außerdem stand eine vorzeitige Rückzahlung des Zinspapieres in Rede, so unter anderem das Handelsblatt. Ganz offensichtlich hatten diese Verlangen zu erheblichem Unmut unter den Anleihegläubigern geführt. Hintergrund dürfte hier die Vermutung sein, dass die Alteigentümer gegenüber den Anleihegläubigern unter diesen Prämissen erheblich bessergestellt worden wären.

Diese neuerliche Insolvenz bedeutet für den Markt der Mittelstandsanleihen ein weiteres fatales Signal. Fraglich steht auch in diesem Fall, wer möglicherweise für das zu beobachtende Desaster verantwortlich zu stellen ist und eventuell haftbar gemacht werden könnte. Für die betroffenen Investoren, hier insbesondere die sprichwörtlichen Kleinanleger, dürfte darüberhinaus im Fokus die Fragestellung nach möglicherweise fehlerhafter Anlageberatung gegenüber Banken, Vermittlern und Beratern stehen. Diese sind jedenfalls regelhaft nach höchstrichterlicher Entscheidungen zu objekt-und anlegergerechter Beratung verpflichtet.

Bank- und Kapitalmarktrecht