10.04.2016

Lignum Sachwert Edelholz AG: BaFin untersagt Angebot

Das Handelsblatt beschäftigt sich in einem ausführlichen Artikel sehr kritisch mit den Finanzangeboten einer Reihe unterschiedlicher sogenannter Waldinvestment-Anbieter, hier im speziellen die Berliner Firma Lignum Sachwert Edelholz AG.

Als Folge des gigantischen Anlageskandales rund um den Windenergieproduzenten Prokon hatte die Bundesregierung im vergangenen Sommer ein sogenanntes Kleinanlegerschutzgesetz in Kraft gesetzt. Als Folge dessen gilt nun nach dem Auslaufen der letzten Übergangsfristen seit Jahresbeginn auch für den Direktvertrieb von Finanzanlagen eine Prospektpflicht.

Wie das Handelsblatt weiter ausführt, scheint sich die Lignum Sachwert Edelholz AG allerdings nicht weiter um die neuen Vorgaben gekümmert zu haben. In der Konsequenz untersagte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Mitte vergangenen Monats öffentlich dem Waldinvestment-Anbieter den weiteren Verkauf seiner Produkte "Nobilis Vita", "Nobilis Priva" und "Nobilis Rent". Die Anordnung gelte bis zum Vorliegen eines durch die Behörde genehmigten Prospektes.

Ganz offensichtlich hat die BaFin den gesamten Bereich der Anbieter von Plantagen- und Waldanteilen, die ohne die Zwischenschaltung eines sogenannten Finanzintermediäres ihre Produkte verkaufen, im Moment im Fokus ihrer Betrachtungen. Beispielhaft auch der bayerische Anbieter Miller Forest sowie die in Bonn ansässige Forest Finance verweisen zur Zeit über ihre Internetpräsenzen auf das Erstellen von Prospekten und dadurch indirekt auf die notwendige Genehmigung durch die BaFin.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten sich für den aufmerksamen Marktbeobachter verschiedentlich dunkle Flecken auf der hellgrünen Hülle des gesamten Marktsegmentes abgezeichnet: der Klever Agrofinanz GmbH wurde durch die BaFin vor wenigen Monaten das Betreiben ihres Einlagengeschäftes untersagt sowie die umgehende Rückzahlung aller eingesammelten Gelder angeordnet. Die Green Planet AG aus Frankfurt rutschte vor zwei Jahren in die Pleite, die dortig eingesammelten rund 20 Millionen € dürften sich überwiegend in sprichwörtliche Luft aufgelöst haben. Der Unternehmensgründer und langjährige Chef wurde erst kürzlich zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft wegen Anlegerbetruges verurteilt, allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Das Handelsblatt wirft in seinen Betrachtungen auch die Frage nach den angeblichen Sicherheiten und hohen Renditeversprechungen in der Branche auf. Insbesondere die Verknüpfung von Vermögens-und Ertragssicherheit mit Ergebnissen nahe am oder sogar im zweistelligen Prozentbereich sollten mit großer Vorsicht und Skepsis betrachtet werden, insbesondere vor dem Hintergrund der derzeitigen Niedrigstzinspolitik aller führenden Notenbanken. Auch von Seiten der Stiftung Warentest/Finanztest kommen immer wieder Warnungen in Richtung dieses Marktsegmentes.

Alle Informationen zur Lignum Sachwert Edelholz AG finden Sie hier:

Lignum Sachwert Edelholz AG

Bank- und Kapitalmarktrecht