24.05.2017

Malte Hartwieg am Ende: DIMA24-Gründer bereit für Knast

Malte Hartwieg, der Gründer und langjährige Chef der Vertriebsplattform DIMA24, ist am Ende.

 Übereinstimmenden Berichten einer Vielzahl seriöser Presseorgane zufolge beschreibe sich der vormalige Geschäftsführer als mittellos und abgewirtschaftet. Die Tageszeitung "Die Welt" hatte wohl Hartwieg kürzlich in Ungarn aufgespürt und dort interviewt. Der vormalige Investment-Star und Finanzjongleur wirke ausgemergelt und beklage, außer einer Sporttasche keinerlei Besitz und Eigentum mehr zu haben, selbst krankenversichert sei er nicht mehr.

Hartwieg schiebt Schuld auf Kruppa

Allerdings weise Hartwieg sämtliche Schuld weit von sich: verantwortlich für die fehlenden Hunderte von Millionen € sei seine vormaliger Geschäftspartner Christian Kruppa. Dieser wäre für die Investments zuständig gewesen, während er selber nur mit dem Einsammeln von Kapital beschäftigt gewesen sei. Er jedenfalls stelle sich "den Dingen bis zur letzten Konsequenz" und sei bereit, nach einem ordentlichen Verfahren im Falle eines Schuldspruchs ins Gefängnis zu gehen.

Verbleib Hunderter Millionen unklar

Kaum erklärlich dürfte allerdings aus Anlegersicht die Tatsache sein, dass die zuständige Münchner Staatsanwaltschaft bereits seit Jahren gegen Herrn Hartwieg und Konsorten ermittelt - dieser und andere Verantwortliche aber trotz der ganz offensichtlich massiven Ungereimtheiten und nachgerade unfassbaren Verluste respektive verschwundenen Millionen ungestört auf freiem Fuß verblieb.

Verdacht auf Untreue, Betrug und Geldwäsche

Immerhin aber scheint durch die behördlichen Ermittlungen mittlerweile doch belastendes Material in vergleichsweise rauen Mengen zusammengetragen worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft glaube beweisen zu können, dass Hartwieg mit Geschäftspartner Kruppa Tausende Investoren geprellt habe, "auf Grundlage eines gemeinsamen Tatplanes". Die Vorwürfe lauteten hier auf Betrug, Untreue und Geldwäsche. Gelder seien in erheblichem Umfang nicht in die beworbenen Objekte investiert, sondern vielmehr regelhaft und vorsätzlich abgezweigt worden. Es bestehe "der dringende Verdacht, dass die Beschuldigten hierbei handelten, um sich aus der wiederholten Tatbegehung eine Einnahmequelle von einiger Dauer und nicht unerheblichem Umfang zu verschaffen".

Zahllose Insolvenzen im Imperium

Insgesamt muss in der Sache von Verlusten in Höhe von mindestens 300 Millionen € ausgegangen werden. Alleine aus der Firmengruppe rund um die NCI New Capital Invest aus Hartwiegs kaum zu überschauendem Firmengeflecht sind acht Unternehmen in die Pleite geschlittert, Immobilienfonds der Euro Grund Invest Gruppe (EGI) kippten in massive Schieflage, Gelder versickerten unter anderem in Nordamerika und im Nahen Osten unter nach wie vor völlig ungeklärten Umständen. Hartwieg hatte insgesamt nach eigenem Bekunden mehr als 2,5 Milliarden € bei überwiegend privaten Investoren eingesammelt.

Bank- und Kapitalmarktrecht