14.10.2014

MBB Clean Energy – Anleihe: Neue Globalurkunde?

14.10.2014: wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, gibt es Neuigkeiten im Fall der Groteske um die Anleihe des auf erneuerbare Energie spezialisierten Unternehmens MBB Clean Energy AG.

Die Beteiligungsgesellschaft informiert auf der unternehmenseigenen Homepage über die Durchführung einer "Reparaturmaßnahme der 6,25 % Schuldverschreibungen 2013/2019". Die bisherige Globalurkunde, die bereits im Mai diesen Jahres rund um den - bis heute nicht bedienten - Fälligkeitstermin für die erste Zinszahlung aufgrund einer fehlenden Unterschrift für ungültig erklärt wurde, werde (wie im übrigen auch die zugehörigen Schuldverschreibungen) durch ein neues Dokument mit ebenfalls neuer ISIN ersetzt. Die Maßnahme betreffe allerdings nur "so genannte berechtigte Anleger".

Damit gemeint seien insbesondere Investoren, "die die erste Tranche bis zum 31. Januar 2014 gezeichnet oder sonst entgeltlich erworben haben und bestimmte spätere entgeltliche Erwerber". Weiterhin heißt es im Wortlaut, dass "die Begebung der neuen Schuldverschreibungen ... im Wesentlichen entsprechend den ursprünglichen Anleihebedingungen geschehe. Diese Formulierung dürfte Spielraum für Interpretationen lassen und deutlich zur weiteren Verunsicherung der betroffenen Anleger beitragen.

Zu den Unklarheiten rund um die in Rede stehende sogenannte Mittelstandsanleihe zählt die nach wie vor bestehende Ungewissheit über den Gesamtumfang. Urspünglich wollte das Unternehmen 300 Millionen € erlösen, nach einer offiziellen Mitteilung konnten hingegen nur 72 Millionen plaziert werden. Die FAZ hingegen berichtet nun über eine Darstellung des Bond Magazines, nach der nur rund 22 Millionen € hätten eingesammelt werden können.

Vor dem Hintergrund der um sich greifenden Insolvenzen respektive Zahlungsausfälle auf dem Gebiet der sogenannten Mittelstandsanleihen lassen die bizarren Vorgänge um das Kuponpapier für die betroffenen Anleger nicht viel Gutes erahnen.

Wir empfehlen allen betroffenen Investoren, mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte zur vorsorglichen Absicherung des bestehenden Kapitaleinsatzes zu prüfen und gegebenenfalls zeitnah zu unternehmen. Insbesondere hinsichtlich der an der Emission beteiligten Parteien (Unternehmen, Wirtschaftsprüfer, Zahl- und Verwahrstelle) bestehen aus unserer Sicht Ansatzpunkte für die effektive Geltendmachung und Durchsetzung etwaiger Regressforderungen. Gerne dürfen Sie sich in dieser Hinsicht mit uns in Verbindung setzen, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht