19.01.2017

NAM Niedersächsische Algen Manufaktur GmbH: BaFin verbietet Einlagengeschäft und ordnet Abwicklung an

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat mit Bescheid bereits zum 13.01.2017 der Niedersächsischen Algen Manufaktur GmbH (NAM) das dortig betriebene Anlagengeschäft untersagt und die Abwicklung bereits getätigter Transaktionen angeordnet.

Die - jedenfalls den eigenen Angaben nach - mit der Aufzucht und Verarbeitung von Mikroalgen befasste Firma habe ohne die erforderliche Erlaubnis durch die Bundesanstalt unbedingt rückzahlbares Kapital von Anlegern angenommen. In dem sofort vollziehbaren, jedoch noch nicht bestandskräftigen Bescheid verlangt die BaFin nun die unverzügliche und vollständige Rückführung aller eingezahlten Gelder.

Eine kurze Recherche im Internet ergibt ein einigermaßen zwiespältiges Bild des Unternehmens, welches erfahrene Marktbeobachter zu ausgesprochener Skepsis veranlassen dürfte. So ist bereits Stand heute die firmeneigene Webseite nicht mehr erreichbar, Kommentare auf dem vom Unternehmen betriebenen Facebook-Portal warnen vor den vollmundigen Versprechen, die dort feilgeboten werden. Diese allerdings haben es tatsächlich in sich: es ist hier die Rede vom Rohstoff und Energieträger der Zukunft, der Rettung der Weltmeere im Hinblick auf die Überfischung durch die "Alternative Mikroalgen", dann natürlich auch der Bioasphalt aus Algen für die nahe Zukunft des Straßenbaus, die Hemmung des Alterungsprozesses ("Tschüss Falten"), Krebsvorbeuge und Stärkung des Immunsystems durch "Spirulina", selbstredend auch die Lösung des weltweiten Hungerproblems durch das "Nanofood Algen", kurz: die Antwort auf sämtliche drängenden Fragen der heutigen Menschheit.

Wem diese im Überfluss dargebotenen Informationen noch nicht genug sind, der findet zur allfälligen Ergänzung der momentan abrufbaren Informationslage auf einschlägigen Seiten Nachricht dahingehend, dass das Unternehmen selbst für Vermittler der dortig betriebenen Geldanlagemöglichkeiten seit geraumer Zeit nicht mehr erreichbar zu sein scheint. Zusammengefasst bleibt festzuhalten, dass für betroffene Investoren jedenfalls aus unserer Sicht der Prüfungsbereich dahingehend eröffnet zu sein scheint, sich über den Verbleib getätigter Investitionen umgehend und mit großer Intensität Gedanken zu machen. In diesem Sinne könnten vorsorgliche dingliche Arrestierungen Mittel der Wahl sein, um zu gegebener Zeit bestehende Schadensersatzansprüche tatsächlich auch durchsetzen zu können. Wir empfehlen aufgrund der Komplexität der sich darbietenden Sachlage jedenfalls dringlich die Herbeiziehung entsprechend erfahrener anwaltlicher Hilfe.

Bank- und Kapitalmarktrecht