05.04.2016

Neue Pleite für Bausparkassen: Badenia kneift und schließt Vergleich

Überraschend wurde ein weiteres Verfahren vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht (OLG) kurzfristig am gestrigen Dienstag abgesagt.

Streitpunkt der Berufungsverhandlung war die Kündigung eines schon lange laufenden Bausparvertrages durch das Institut, es soll ein für die betroffene Klägerin vorteilhafter Vergleich zustande gekommen sein. Dieser Tage erst hatte das Stuttgarter OLG ein erstes höherinstanzliches Urteil zu Gunsten einer weiteren Bausparkundin gefällt und entschieden, dass die Kündigung seitens der Bausparkasse rechtswidrig und der Vertrag fortzusetzen sei.

Der grundsätzliche Streit um langlaufende und in aller Regel aus heutiger Sicht gut verzinste, aber noch nicht zu 100% besparte Bausparverträge wird zwischenzeitlich von einer Vielzahl von seriösen Wirtschaftsmedien aufmerksam verfolgt und kommentiert. Das offensichtliche Einknicken der Badenia im vorliegenden Fall fügt sich nun in eine geradezu endlose Reihe von Fällen ein, in denen augenscheinlich die Bausparinstitute in Gerichtsverfahren, die aus Sicht der Sparkassen ungünstig verlaufen, in letzter Minute kneifen und mit den Kunden für diese vorteilhafte Vergleiche aushandeln.

Beispielhaft der Mannheimer Morgen zitiert einen Verbraucherschützer mit dem nicht gerade politisch korrekten Kommentar: "Bausparkassen türken ihre Statistiken!". Hintergrund dieser erbosten Aussage ist das Faktum, dass die Geldhäuser landauf, landab die Darstellung verbreiten, dass gerichtliche Entscheidungen in Bezug auf die Kündigung sogenannter Altverträge in aller Regel zu ihren Gunsten entschieden würden. Bei der Vielzahl von Gerichtsverfahren aufgrund der massenhaften Kündigungen kann diese Aussage allerdings kaum überraschen, wenn typischerweise die Institute stets dann in letzter Minute für die Sparer vorteilhafte Vergleiche anbieten, wenn die Prozesse nicht in ihrem Sinne laufen.

Wir empfehlen allen von Kündigungen sogenannter Altverträge betroffenen Bausparkunden nochmals nachdrücklich, diese keinesfalls widerspruchslos hinzunehmen, sondern vielmehr umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung die weitere Vorgehensweise zu prüfen und diese gegebenenfalls zeitnah in die Wege zu leiten. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren.

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