26.11.2013

Postbank Fondsberatung: Klage wegen Vorstandbesetzung

26.11.2013: wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, hat das Landgericht Köln die Postbank dazu verurteilt, umfassend auf die Fragen eines kritischen Aktionärs bezüglich der Neubesetzung des Vorstandsvorsitzes der Postbank Finanzberatung zu antworten.

Im März diesen Jahres war der Posten mit Herrn Harald Christ neu besetzt worden, dieser begann seine Karriere als Schiffsfonds-Manager und war anschließend bei der Weberbank beschäftigt. Zwischenzeitlich kam er 2008 wegen eines diffamierenden Telefaxes in die Schlagzeilen, indem er als pädophil bezeichnet wurde, Christ hatte dahinter den Kommunikationsberater Norbert Essing vermutet. Wegen eines prognostiziert extrem hohen Ermittlungsaufwandes und einer Unmenge an Zeugen wurde allerdings damals ein Strafverfahren nicht eröffnet. Vor dem Hintergrund, dass gegen Christ trotzdem bereits mehrfach strafrechtlich ermittelt wurde und daß überdies auch die Finanzberatungssparte der Postbank wegen Falschberatung bei geschlossenen Fonds durch mobile Vertriebler immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hatte, stellte zur Hauptversammlung am 28. Mai 2013 der Aktionär und RA Oliver Krauß kritische Fragen zu dieser Personalie. Diese wurden seiner Meinung nach allerdings mit lapidaren Antworten abgetan.

Die zuständigen Richter teilten nun diese Auffassung und gaben dem Antragsteller Recht: "Nach dem nicht bestrittenen Vorgehen des Antragstellers, wonach Herr Christ unternehmerisch gescheitert und wiederholt Ermittlungsverfahren ausgesetzt war, ist die Entscheidung des Aufsichtsrats der Postbank Finanzberatung AG ohne die Mitteilung weiterer Details unverständlich". Zwar kündigte die Postbank an, umgehend Rechtsmittel gegen dieses Urteil einlegen zu wollen, jedoch wirft diese Affäre ein düsteres Licht auf die Finanzberatung des Geldinstitutes.

Betroffenen Kunden der Postbank muß vor diesem Hintergrund geraten werden, ihre Anlagen über dieses Institut gründlich zu prüfen.

Insonderheit Einlagen in geschlossene Fonds, die durch sogenannte Mobile Vertriebler vermittelt respektive verkauft wurden und evtl. mittlerweile Verluste zeitigen, sollten mithilfe erfahrener fachlicher Beratung auf Werthaltigkeit und Eignung für den jeweiligen Anleger kontrolliert werden. Besonderes Augenmerk sollte gerade auf Richtigkeit und Vollständigkeit der Beratung sowie eventuelle Prospekte liegen, regelmäßig werden erfahrungsgemäß auch Angaben zu Provisionen unterschlagen bzw. verschwiegen (s. dazu auch die sogenannte "kickback"-Rechtsprechung). Immer wieder begegnen uns auch Mandanten, die aus falscher Scham Fehlinvestments nicht auf den Tisch bringen und zum Teil massive Verluste widerspruchslos hinnehmen. Die Rechtsprechung in der Vergangenheit insbesondere auch des Bundesgerichtshofes spricht hier jeweilig allerdings eine klare und anlegerfreundliche Sprache: Entschädigungen respektive Regressforderungen können regelmäßig reklamiert und durchgesetzt werden.

Gerne dürfen Sie sich mit den auf Wirtschafts-& Kapitalmarktrecht spezialisierten ADWUS Rechtsanwälten in Verbindung setzen, der Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei - auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung - ist RA Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht