06.11.2014

PROKON-Insolvenz: Grundsatzentscheid für Anleger

Schattenwurf vor Windkraftanlage

05.11.2014: Das Handelsblatt teilt heute mit, dass Dietmar Penzlin, der Insolvenzverwalter für den insolventen Windkraftprojektierer und -Betreiber PROKON die Vorbereitung zweier unterschiedlicher Pläne angekündigt hat.

In einer entsprechenden Pressemeldung ist die Rede von einerseits dem Verkauf aller Unternehmensteile und andererseits einem Kapitalschnitt und Übertragung des Unternehmens an die Gläubiger. Im ersten Fall würden die Genussrechtsinhaber mit einer Barauszahlung abgefunden, in der zweiten Variante könnten die Investoren neben Aktien des Unternehmens zusätzlich Anleihen erhalten, deren Zinsverpflichtungen über die Erträge der bestehenden Windparks erwirtschaftet werden könnten.

Der immer wieder als charismatisch und aber auch als eigenwillig beschriebene Unternehmensgründer Carsten Rodbertus hatte über die Ausgabe vergleichsweise hoch verzinster Genussrechte insgesamt rund 1,5 Milliarden € Schulden angehäuft. Entgegen stehen nach offiziellen Angaben im wesentlichen die bereits bestehenden Windparks, die mit gut 500 Millionen € bewertet würden. Die Gläubiger könnten für den Fall einer Aufteilung des Unternehmenskonglomerats beziehungsweise des Verkaufs der einzelnen Firmenteile mit einer Quote von etwa 35 % rechnen.

Wie das Handelsblatt weiter ausführt, plant Insolvenzverwalter Penzlin gegen Ende des Jahres, die Genussrechtsinhaber im Hinblick auf eine entsprechende Bereitschaft anzuschreiben und abzufragen. Die jeweilig hierfür vorbereiteten Insolvenzpläne könnten dann im Laufe des kommenden Jahres 2015 umgesetzt werden.

Für eine Vielzahl der betroffenen Investoren in die Genussscheine von PROKON bedeuten die zu erwartenden massiven Verluste beziehungsweise Abschreibungen erhebliche Einschnitte in die jeweilige Vermögenssituation. Uns sind etliche Fälle bekannt, in denen gutgläubige Anleger ihre kompletten Ersparnisse in Genussscheine von PROKON investiert haben und nunmehr vor einem Scherbenhaufen für die geplante Altersvorsorge stehen.

Wir empfehlen nochmals allen bislang untätig gebliebenen Geschädigten, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte zur Geltendmachung und Durchsetzung von Schadensersatzforderungen zu prüfen und gegebenenfalls möglichst zeitnah zu unternehmen. Für unsere umfangreiche Mandantschaft haben wir in der vergangenen Monaten hier eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Aufnahme des Sachstandes ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht