07.06.2014

PROKON-Pleite: Rodbertus abgewatscht – beginnt Ermittlungsverfahren?

07.06.2014: verschiedenen Medienberichten zufolge ist gestern der Unternehmensgründer und langjährige Chef des Windparkentwicklers PROKON durch den Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin massiv unter Beschuss genommen worden. 

Rodbertus sei verantwortlich für den Verlust von rund einer halben Milliarde Euro durch seine miserable Unternehmensführung. Es habe "keine angemessene Unternehmensplanung" gegeben, Darlehen an Tochterunternehmen oder auch betriebsferne Firmen seien entweder ganz ohne Sicherheiten oder jedenfalls unzureichend besichert vergeben worden.

Auch die Auftragsvergabe im allgemeinen steht massiv in der Kritik: hier seien freihand Aufträge erteilt sowie Bestellungen aufgegeben worden, ohne sich entsprechend fristgerecht um die Liquidität in der Unternehmenskasse Gedanken zu machen. Darüber hinaus habe Rodbertus sein privates Hobby über die zugeflossenen Anlegergelder finanziert: die auf Firmenkosten erworbene Cessna habe er zum Fallschirmspringen genutzt. Offiziell war vormals die Rede davon, dass Carsten Rodbertus das Flugzeug brauche, um über "seine" Windparks zu fliegen, ganz allgemein habe die Cessna dienstlichen Interessen gedient.

Nach eigenen Angaben prüft Insolvenzverwalter Penzlin nunmehr Schadensersatzforderungen gegen den selbsternannten Öko-Guru. Auch in strafrechtlicher Hinsicht erhärten sich die Hinweise auf mögliche Ermittlungen gegen Rodbertus: allerdings sei noch nicht entschieden, ob ein Verfahren "gegen das Unternehmen oder seinen Geschäftsführer Rodbertus eröffnet" werde, so die Sprecherin der für Wirtschaftsstrafsachen zuständigen Staatsanwaltschaft Lübeck, Wenke Haker-Alm.

Nach wie vor liegt hier eine Vielzahl von Anzeigen mit unterschiedlichen strafrechtlich relevanten Vorwürfen vor. Aus unserer Sicht ist die fortwährende staatsanwaltliche Zurückhaltung unverständlich - eine mögliche Erklärung wären dortige politische Vorgaben.

Die mittlerweile vorliegende Masse an Informationen über finanztechnische und bilanzielle Unregelmäßigkeiten innerhalb der Unternehmensgruppe belegen allerdings immer deutlicher, daß Rodbertus offensichtlich völlig unfähig war, das Unternehmen in angemessener Weise zu organisieren und zu strukturieren.

Bereits seit geraumer Zeit hatten wir vor finanziellem Engagement in die Genussrechte der Firma PROKON gewarnt. Mittlerweile vertreten wir eine Vielzahl geschädigter Anleger. Neben bereits erstellten und auf den Weg gebrachten Schadensersatzklagen prüfen wir im Auftrag unserer Mandantschaft unter anderem Regressforderungen gegen die Verantwortlichen in der Gesellschaft sowie entsprechende Pfändungsarreste auch in deren Privateigentum hinein. Wir empfehlen nochmals allen Betroffenen Investoren, umgehend alle anwaltlich möglichen Schritte zur Sicherung bestehender Ansprüche zu unternehmen. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Sachstandsklärung ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht