14.07.2014

PROKON-Pleite: Rodbertus probiert es weiter-staatsanwaltschaftliche Ermittlungen?

14.07.2014: übereinstimmenden Medienberichten zufolge gibt der Unternehmensgründer und langjährige Geschäftsführer der PROKON-Unternehmensgruppe nicht auf und kontaktiert in einem bereits seit Wochen andauernden Telefonmarathon alle Genussrechtsinhaber.

Ziel ist hier, eine möglichst große Zahl der rund 70.000 Gläubiger davon zu überzeugen, Carsten Rodbertus eine Vollmacht als Vertreter für die am 22. Juli anstehende Gläubigerversammlung zu erteilen. Und ganz offensichtlich ist Rodbertus in großem Umfang erfolgreich, wie beispielsweise das Handelsblatt berichtet: scharenweise lassen sich wohl die Inhaber der Genussscheine von der vermeintlichen Alternative zu überzeugen, "Zerschlagung, sprich Geld ist weg oder Weiterführung, Geld wird gerettet". Und tatsächlich mögen die harten Zahlen und Fakten, die Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin in den vergangenen Monaten auf den Tisch gebracht hat, manch einem der Anleger weniger schmecken als die süßen Versprechungen des Mannes, der die Unternehmensgruppe überhaupt erst in die jetzige katastrophale Lage gebracht und nach übereinstimmenden Medienberichten rund eine halbe Milliarde Euro vernichtet hat. Dass Penzlin keineswegs vorhat, das Unternehmen zu zerschlagen, sondern vielmehr offenbar alles daransetzt, die Arbeitsplätze möglichst weitgehend zu erhalten und insbesondere den Kernbaustein, nämlich die Windparks, weiterzubetreiben, fällt hier geflissentlich unter den Tisch.

Durchaus verständlich mag das sein insbesondere für die offensichtlich große Gruppe der Anleger, die Briefpapier der E-Mail vorziehen, wohl oft auch nicht einmal einen Internetanschluss haben. Und wohl in aller Regel auch eine Bilanz, einen Jahresabschluss nicht lesen können, die aber trotzdem mit großem Vertrauen sich auf die Versprechungen Rodbertus' verlassen haben, mit ihrem Investment "Sicherheit zum Anfassen" zu erstehen, mit einem ethisch korrekten Engagement eine tragfähige und nachhaltige Energiewende zu unterstützen.

Unterdessen berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung von sich verdichtenden Hinweisen auf eine baldig zu erwartende Aufnahme staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen den vormaligen Geschäftsführer und Unternehmensgründer Carsten Rodbertus. So gäbe es den Verdacht, dass dieser Vermögen aus dem der Unternehmensgruppe reichlich zugeflossenen Kapital beiseite geschafft haben könnte, mit welchem er nun seine Anrufkampagne sowie massenhafte Anschreiben an die hier investierten Genussrechtsinhaber finanziere. Angeblich habe Rodbertus überdies eine Reihe gefeuerter ehemaliger PROKON-Mitarbeiter zu diesem Zweck beschäftigt.

Tatsächlich liegen gegen den ehemaligen Unternehmenschef und Geschäftsführer bereits eine Masse an Strafanzeigen vor. Wie zu hören ist, flattern der zuständigen Lübecker Staatsanwaltschaft stetig weitere Anzeigen ins Haus, die Vorwürfe lauten hier unter anderem auf Betrug und Insolvenzverschleppung.

Wir hatten bereits seit geraumer Zeit aus den vielfach beschriebenen Gründen vor finanziellem Engagement in die Genussscheine von PROKON gewarnt, mittlerweile vertreten wir eine Vielzahl betroffener respektive geschädigter Anleger. Wir empfehlen nochmals dringlich allen bislang untätig gebliebenen Investoren, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte zur Sicherung getätigter Einlagen zu unternehmen. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Sachstandsanalyse ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht