19.11.2013

Schiffsfonds: Zahl der Insolvenzen steigt weiter dramatisch

31.10.2013: Seit Beginn der Krise im Jahr 2008 sind bereits 210 Fondsschiffe in die Insolvenz gefahren, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Bezug auf einen Bericht der Deutschen Fondsresearch mitteilt.

Alleine in diesem Jahr sind bereits über 100 Frachter in die Insolvenz gerutscht, ein verheerendes Menetekel in einer bereits schwer getroffenen Branche. Weitere rund 1000 Frachtschiffe in Fondsbesitz, rund ein Drittel der gesamten deutschen Flotte, sind nicht mehr in der Lage, durch den Betrieb wenigstens die fälligen Kreditzinsen zu bedienen, teilweise werden nicht einmal die Betriebskosten geschweige denn Kapitalkosten erwirtschaftet. Und die weiteren Aussichten insbesondere in der Containerschiffahrt sind noch düsterer: nach der geplanten Erweiterung des Panamakanals bis 2015 werden weitere Kapazitäten an kleineren Frachtern frei, da dann Schiffe bis zu 12.000 Standardcontainern (TEU), fast dreimal so viel wie bisher, diese wichtige Verbindungsstrecke nutzen können. Auch der stete Zwang zu immer größerer Effizienz ist für den Betrieb gerade kleinerer Containerschiffe katastrophal, hier ist eine weitere radikale Marktbereinigung geradezu vorprogrammiert.

Diese Entwicklung ist insbesondere für deutsche Kleinanleger desaströs, gerade in den typischerweise von ihnen gehaltenen Fonds befinden sich überwiegend kleinere und ältere Frachter. Auch die kreditgebenden respektive finanzierenden Banken ächzen unter der schweren Schiffslast, hier besteht nach langer Durststrecke oft keinerlei Bereitschaft, noch weiteres Kapital nach bereits hohen Abschreibungen nachzuschießen. Erzwungene Verkäufe nun sind wiederum in doppelter Hinsicht insbesondere für Kleinanleger extrem nachteilig, da sie als Eigenkapitalgeber erst nachrangig bedient werden und zudem die Notverkäufe aufgrund des Überangebots für einen Fall der Schiffspreise ins Bodenlose sorgen beziehungsweise schon gesorgt haben.

Was können betroffene Kleinanleger tun? Stets sollten gerade die Verkaufsprospekte sowie evtl. vorhandene Beratungsprotokolle auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft werden, gerade Banken und Sparkassen hatten vielen ihrer Kunden überaus gerne Anteile an Schiffsfonds insbesondere mit Bezugnahme auf allfällige Steuervorteile verkauft, für die betreffenden Institute regelmäßig ein lohnendes Geschäft mit vergleichsweise üppigen Provisionszahlungen. Hier wurden allerdings auch regelmäßig die Risiken solcher Investments verschwiegen respektive nicht ausführlich und genau erläutert, eine nachgerade übliche Praktik im sogenannten grauen Kapitalmarkt.

Der Bundesgerichtshof hat immer wieder in unterschiedlichen Urteilen darauf abgezielt, dass die Beratung für Kapitalanlageprodukte vollständig, richtig und verständlich sein muss. 

Insonderheit dürfen nach gängiger Rechtssprechung Kunden mit dem Wunsch einer Kapitalanlage zur Altersvorsorge keinerlei Produkte mit Verlust- oder gar einem Totalausfallsrisiko empfohlen und verkauft werden. Interessant könnte im Einzelfall auch die Überprüfung von Schadensersatzforderungen in das jeweilige Fondsmanagement hinein sein, auch hier wurden sicherlich in vielen Fällen absehbar eklatante Fehlentscheidungen bezüglich der Investments getroffen. 

Betroffene Anleger in notleidenden Schiffsfonds dürfen sich gerne hinsichtlich der Überprüfung und Durchsetzung eventuell bestehender Regressforderungen an die auf Kapital- & Wirtschaftsrecht spezialisierten ADWUS Rechtsanwälte wenden, hier besteht ausgewiesene Expertise aus einer Vielzahl von unterschiedlichsten Verfahren. Ihr Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist RA Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht