12.12.2016

Snowbird AG: Zwangsgeldandrohung durch die BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat am 07.12.2016 auf ihrer Webseite bekanntgegeben,  gegen die Snowbird AG bei fortdauernder Nichterfüllung der Finanzberichtserstattungspflichten ein Zwangsgeld in Höhe von 335.000 € zu verhängen.

Diese bereits am 29.11.2016 ergangene Androhung sei erfolgt aufgrund von Verstößen gegen das Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG), hier im besonderen gegen den §§ 37v Absatz 1 Satz 2 und 3 sowie 37w Absatz 1. Hierbei handelt es sich im wesentlichen um Veröffentlichungspflichten. Der sofort vollziehbare Bescheid ist zunächst noch nicht rechtskräftig.

Eine kurze Internetrecherche nach der Snowbird AG (WKN: A1PHEL / ISIN: DE000A1PHEL8) ergibt schnell ein vielfältig schimmerndes Bild von der zunächst großen Börsenstory, die allerdings mehr oder weniger sofort abdreht und als sogenannter Pennystock endet. Der Börsengang vor gerade einmal zwei Jahren wurde noch von einer Vielzahl euphorischer Berichte - beispielhaft im Handelsblatt - begleitet und geradezu gefeiert. Allerdings gab es ebenso auch warnende Stimmen, die darauf verwiesen, dass die Geschichte vom Aufrollen des Milliardenmarktes in China allzu schön klang, um realistischerweise tatsächlich wahr zu sein. "Ramsch der Mitte" ist hier beispielhaft ein Artikel in der Wirtschaftswoche über - nicht nur diesen - chinesischen Börsengang im Ausland beschrieben. 

Die hier grob skizzierte Struktur der ganzen Sache mit einer Vielzahl ineinander verschachtelter Unternehmensstrukturen und der in der Tatsache irgendwo im Reich der Mitte liegenden Führung und Verantwortung für das ganze Geschehen lässt tatsächlich eine Ahnung dahingehend aufkeimen, dass der Gang an die mindestens teilweise regulierte deutsche Börse keineswegs Garant für eine wenigstens einigermaßen kontrollierbare Unternehmensführung bedeutete. Vielmehr könnte der eine oder andere auf den Gedanken kommen, dass das ganze Konstrukt von Anfang an nur den einen Sinn und Zweck hatte, nämlich Kapital von A nach B zu transferieren, und das möglichst geräuschlos und unsichtbar.

Nichtsdestotrotz erscheint uns hier mindestens der Prüfungsbereich dahingehend eröffnet, ob es nicht doch verantwortlich handelnde Personen innerhalb oder im Umfeld der Snowbird AG geben könnte, die gegebenenfalls für das zu betrachtende Desaster haftbar und möglicherweise schadensersatzpflichtig zu machen wären. Das über die vergangenen Monate Unternehmensmeldungen zufolge zu beobachtende lustige Spiel vom "Bäumchen wechsel dich" in Bezug auf die Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat könnte immerhin einen leisen Hinweis darauf geben, dass hier mit Zustimmung leitender Positionen allerhand in die falsche Richtung lief - was nicht zuletzt nun auch noch die BaFin auf den Plan rief.

Bank- und Kapitalmarktrecht