17.12.2013

Sparkasse Ulm: Kunden sollen weiter aus Scala-Sparverträgen gedrängt werden

17.12.2013: wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute berichtet, hat die Ulmer Sparkasse bereits 24.000 ihrer insgesamt 28.000 Kunden aus langlaufenden Sparverträgen gedrängt.

Das Institut hat insoweit eine Klage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ignoriert und hält die Drohung auf Kündigung der restlichen bestehenden Sparverträge aufrecht. Die Fristsetzung für die bis zum 15. Dezember angebotenen Alternativverträge wolle die Sparkasse nicht verlängern, bestätigte der Gesamtvorstand am Dienstag und bekräftigt das Beharren auf der eingenommenen Rechtsposition.

Hintergrund sind die durch das Kreditinstitut in den Jahren von 1993-2005 beworbenen Sparverträge mit langen Laufzeiten bis hin zu 25 Jahren, die zuletzt abgeschlossenen Verträge werden erst 2030 auslaufen. Vertragsbestandteil war unter anderem die Möglichkeit der Erhöhung der monatlichen Sparraten auf bis zu 2500 € und die Leistung eines Bonuszinses von bis zu 3,5 % zusätzlich zur Grundverzinsung. Verbraucherschützer, unter anderem auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg halten das Vorgehen der Sparkasse für rechtswidrig. Keinesfalls habe das Kreditinstitut hier ein Kündigungsrecht, die Kunden hätten ein Recht auf Fortführung und Erfüllung der Verträge. Ein Sprecher der Verbraucherzentrale zeigt sich höchst erstaunt darüber, dass sich so viele Kunden haben verunsichern lassen und eine Schlechterstellung durch den Wechsel in Alternativverträge hingenommen hätten. Eine gewisse Pikanterie erhalten die einigermaßen skrupellosen Umgangsformen der Ulmer Sparkasse gegenüber ihrer Kundschaft durch die öffentlich sichtbare Tatsache, dass sich das Institut im Moment in der Innenstadt eine neue Zentrale für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag bauen lässt.

Was können Betroffene tun? Kunden, die auf die Kündigungsschreiben der Sparkasse reagiert haben und sich in Folge aus ihren Verträgen drängen ließen, sollten dringend mit erfahrener anwaltlicher Hilfe Schadensersatzforderungen prüfen. Durch die langen Laufzeiten der Verträge und die Möglichkeit, Beträge bis zu 30.000 € jährlich hier anzulegen, ergeben sich in Summe potentiell hohe Zinsverluste. Bestehende Sparverträge sollten auf jedenfall gehalten werden. Bei weiteren Schritten seitens des Kreditinstitutes werden wir gerne für Sie alle geeigneten und nötigen Maßnahmen ergreifen. Die ADWUS Rechtsanwälte sind auf Wirtschafts-, Banken- & Kapitalmarktrecht spezialisiert, wir bearbeiten laufend hunderte von Verfahren auf diesem Gebiet, auch in diesem Fall vertreten wir bereits Betroffene. Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei, gerne auch für eine unverbindliche kurze telefonische Sondierung der Sachlage, ist RA Wolfgang Wittmann. 

Bank- und Kapitalmarktrecht