24.06.2016

Teldafax-Pleite: Hornberger Schießen als Ende des Skandals

Wie eine Vielzahl unterschiedlicher seriöser Presseorgane vermeldet, ist wohl damit zu rechnen, dass das jahrelange Verfahrensdrama um die gigantische Pleite des Energieversorgers Teldafax in Bälde ein Ende finden wird, das das berüchtigte Hornberger Schießen noch in den Schatten stellen dürfte.

Die ursprünglich erhobenen Vorwürfe des gewerbsmäßigen Betruges, der Insolvenzverschleppung und verschiedener Bankrotthandlungen gegen die Angeklagten würden im wesentlichen eingestellt, wie beispielhaft das Handelsblatt berichtet.

Das zunächst im Februar 2013 begonnene Verfahren gegen die vormaligen "Manager" und Vorstände Klaus Bath, Gernot Koch und Michael Josten war im Folgejahr aufgrund erfolgreicher Besetzungsrügen der Strafverteidiger der im Fokus stehenden Herren geplatzt. Bereits damals war absehbar, dass in der weiteren Fortsetzung nicht nur die geprellten Kunden dieser nahezu beispiellosen Megapleite der deutschen Unternehmenslandschaft, sondern darüberhinaus auch der deutsche Steuerzahler auf den entstandenen Verlusten respektive einem Großteil der produzierten Kosten würde sitzenbleiben werden.

Die für das Debakel verantwortlichen vormaligen "Führungskräfte" mussten aufgrund der Schwere der vorliegenden Vorwürfe zunächst mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen. Die zuständigen Behörden hatten zunächst umfassend geständige Aussage einer kooperativen vormaligen Geschäftsführerin in der Hand - und müssen sich nun den Vorwurf gefallen lassen, zulasten des Steuerzahlers und darüberhinaus der Glaubwürdigkeit der deutschen Gerichtsbarkeit auf ganzer Breite versagt zu haben. Im Raume stehen zwischenzeitlich wohl allenfalls noch Bewährungsstrafen für die verantwortlichen Bankrotteure.

Bank- und Kapitalmarktrecht