18.02.2014

Teldafax-Pleite: Prozessbeginn gegen Hauptverantwortliche

Heute beginnt eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren der Bundesrepublik Deutschland: im Rahmen der spektakulären Pleite des Billigstromanbieters Teldafax wurden rund 700.000 Kunden geprellt, der insgesamt entstandene Schaden wird auf mindestens 500 Millionen € geschätzt.

Wie das Handelsblatt meldet, hat zwischenzeitlich die Geschäftsführerin der Teldafax Marketing GmbH, Claudia N., ausgesagt und wurde rechtskräftig zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel äußerte sich zwar nicht zur Fragestellung der sogenannten Kronzeugenregelung, teilte aber mit, dass die Managerin umfassend und "sehr kooperativ" geständig gewesen sei.

Dieser Umstand dürfte für die nunmehr drei Hauptbeschuldigten und Vorstände des Billigstromanbieters für den weiteren Prozessverlauf problematisch sein. Michael Josten, Gernot Koch sowie Klaus Bath werden der Insolvenzverschleppung, verschiedener Bankrotthandlungen sowie des gewerbsmäßigen Betrugs bezichtigt, die zu erwartenden Haftstrafen im Falle einer Verurteilung werden über fünf Jahre hinausgehen. Teldafax hatte erst im Laufe des Jahres 2011 Insolvenz angemeldet, die Staatsanwaltschaft will nachweisen, dass das Unternehmen bereits 2009 zahlungsunfähig war. Trotzdem habe sich die Unternehmensführung weiterhin hohe Gehälter genehmigt und immer mehr frisches Kapital über sogenannte Vorkassetarife durch Dumpingpreise eingeworben.

Exemplarisch hat die zuständige Bonner Staatsanwaltschaft 241 Fälle von geschädigten Kunden zusammengetragen, ein kleiner Ausschnitt der vielen 100.000 Betrogenen. Wichtig für alle Geschädigten ist der Umstand, dass auch für den Fall einer zu erwartenden Verurteilung der Verantwortlichen keineswegs automatisiert Entschädigungszahlungen an betroffene Kunden in Gang gesetzt werden.

Vielmehr muss jeder einzelne Betroffene selbstständig auf zivilrechtlichem Wege einen sogenannten Titel erwirken, mithilfe dessen beispielsweise der Zugriff auf private Vermögen der Verantwortlichen möglich sein kann.

Die auf Wirtschafts-, Banken- und Kapitalmarktrecht spezialisierten ADWUS Rechtsanwälte führen ständig hunderte von laufenden Verfahren auf diesen Gebieten und haben sich hier hohe Expertise erworben. Wir raten dringend allen bisher untätig gebliebenen Geschädigten nochmals, umgehend alle rechtlich möglichen Sicherungsmaßnahmen mithilfe entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung zu unternehmen. Gerne dürfen Sie sich an uns wenden, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze Klärung der Sachlage ist RA Wolfgang Wittmann.

Bank- und Kapitalmarktrecht