11.11.2016

Travel24.com AG: Zwangsgeldandrohung durch die BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) droht der Travel24.com AG mit Bescheid vom 09.11.2016 Zwangsgelder in Höhe von 140.000 € an und verlangt die Erfüllung der Finanzberichtserstattungspflichten nach Paragraph 37v ff. des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG).

Die bereits am 3. November ergangene Maßnahme ist noch nicht bestandskräftig, wenngleich sofort vollziehbar, wie die BaFin auf ihrer Internetpräsenz erläutert.

Die nunmehr erfolgte Zwangsgeldandrohung eröffnet ein weiteres Kapitel in der facettenreichen Historie der gesamten Konzernstruktur rund um Unister, hier im speziellen aber auch der Aktiengesellschaft Travel24.com. Nach der tatsächlich pünktlich erfolgten Zinszahlung im September hat sich der Kurs der Anleihe des Unternehmens wieder erheblich erholt und notiert zur Stunde um die 60 % der Nominale. Zuvor und insbesondere nach dem tragischen Flugzeugabsturz des Unister-Gründers und Konzernchefs Thomas Wagner sowie der folgenden Insolvenz der Konzernmutter Unister hatten offensichtlich die Marktteilnehmer kaum mehr Vertrauen in die Stabilität und Liquidität der Travel24.com AG. 

Mit dazu beigetragen haben dürften unter anderem auch Berichte beispielhaft des finance-magazin.de, nach denen das Unternehmen nicht nur einen wesentlichen Teil seiner "Umsätze über die Unister GmbH" erziele, sondern dieser darüberhinaus auch noch ein siebenstelliges Darlehen ausgegeben habe, welches ordnungsgemäß mit monatlichen Raten von 200.000 € bis Mitte des kommenden Jahres getilgt werden sollte. Die zwischenzeitlich verhängte Zwangsgeldandrohung durch die BaFin wirft nun leider - insbesondere aus dem Blickwinkel der hier investierten Kapitalgeber - kein besonders gutes Licht auf die verantwortliche Unternehmensführung.

Bank- und Kapitalmarktrecht