07.08.2016

Verluste durch Falschberatung: Taunussparkasse zu Schadensersatz gegenüber Stiftung verurteilt

Wie unter anderem die Internetplattform fondsprofessionell online berichtet, hat erneut ein deutsches Gericht zugunsten einer Stiftung auf Schadensersatz durch die beratende Bank geurteilt.

Rund eineinhalb Jahren nach einem ähnlichen Urteil gegen die Commerzbank entschied nun das Frankfurter Landgericht, dass die Taunussparkasse einem Stiftungskunden rund 1,5 Millionen € zuzüglich entgangenem Zinsgewinn von rund 350.000 € Schadensersatz leisten muss (Aktenzeichen: 2-12 O 189/15).

Anlageberater des Geldinstitutes hatten in den Jahren 2005-2008 Vertretern der namentlich nicht genannten Stiftung empfohlen, in geschlossene Immobilienfonds zu investieren. Diese Anlageform war jedoch nach Ansicht des Gerichtes für den betroffenen Sparkassenkunden unzulässig - zur Verwirklichung des Stiftungszweckes sei das Risikoprofil ungeeignet gewesen, ebenfalls habe die Notwendigkeit des Kapitalerhaltes nicht Berücksichtigung gefunden. Ausdrücklich verwies das Gericht auf das sogenannte Commerzbank-Urteil des Frankfurter Oberlandesgerichtes (AZ 1 U 32/13). Auch tiefergehende Fachkenntnisse betroffener Bankkunden könnten das Geldinstitut nicht von einer Verpflichtung zu kompetenter Beratung freistellen.

Leider werden immer wieder Fälle eklatanter Falschberatung auch im Stiftungsektor publik. Nachgerade unverständlich ist, mit welcher Penetranz ganz offensichtlich Vermittler und Berater - wie möglicherweise auch im vorliegenden Fall - ausschließlich auf die Höhe allfälliger Provisionen und Vergütungen schielen, anstatt den Bedürfnissen der Kundschaft ihrem Auftrage entsprechend nachzukommen. Üblicherweise wird oberste Investitionsmaxime einer Stiftung immer der Kapitalerhalt sein - mit dem nachgeordneten Interesse regelmäßiger Ausschüttungen. Beide Ziele wurden hier eklatant verfehlt.

Bank- und Kapitalmarktrecht