27.11.2013

Windreich GmbH: Insolvenz in Eigenregie gescheitert

Windreich GmbH

Stuttgart, 27.11.2013: wie verschiedene Medien heute melden, ist der Versuch der Geschäftsführung des Windparkentwicklers gescheitert, ein Insolvenzverfahren in eigener Regie durchzuführen.

Über eine entsprechende Meldung habe das Unternehmen mitgeteilt, dass die Sanierung unter den Regeln des noch recht neuen Schutzschirmverfahrens nicht geglückt sei. Hierbei darf die Unternehmensleitung weiterhin die operativen Geschäfte führen und ist während des Verfahrens vor Gläubigerzugriff geschützt. Mittlerweile hat nun das Esslinger Amtsgericht die vorläufige Insolvenz im Regelverfahren angeordnet, als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Holger Blümle bestellt. Dieser bestimmt nun die Geschicke des Unternehmens, der bisherige Geschäftsführer Werner Heer steht ihm zur Seite. Erst im September hatte Windreich-Gründer Willi Balz mit der Beantragung der Insolvenz in Eigenregie die Geschäftsführung an Heer abgegeben.

Bereits seit langem ist das Unternehmen immer wieder aufgrund seiner Finanzen in den Negativschlagzeilen, gerade aus Sicht der Ratingagenturen wurden regelmäßig mangelnde Transparenz sowie enge Verquickung zwischen Geschäfts- und Privatsphäre des Gründers, Geschäftsführers und Alleinaktionärs Willi Balz bemängelt. Namentlich wurde ein Privatdarlehen in Höhe von rund 50 Millionen € kolportiert, Balz habe hier aus geborgten Unternehmensmitteln historische Rennwagen gekauft. Zwar berichten Insider, dass die Zahlungsströme nunmehr eher wieder in die andere Richtung flössen, die Halter von Anleihen des Unternehmens und sonstige Gläubiger dürfte aber die vollkommen undurchsichtige Gemengelage nicht beruhigen. Auch eine Razzia Anfang März diesen Jahres durch die Stuttgarter Staatsanwaltschaft sowie die Aufnahme von Ermittlungen wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation, des Kapitalanlagebetrugs, der Marktpreismanipulation und des Kreditbetrugs werfen ein düsteres Licht auf das Unternehmen respektive die Unternehmensführung. Schockierend muss für die Inhaber von Anleihen des Windparkentwicklers auch die Meldung der FAZ gewesen sein,

dass Balz dem schottischen Investor Lord Irvine Laidlaw für Kredite zur Überbrückung von akuter Liquiditätsnot zeitweilig Zinsen von über 20 % bezahlte und schließlich zu deren Ablösung diesem das Windparkprojekt Deutsche Bucht sowie zusätzlich weitreichende Rechte und Forderungen vermachte. Der Kurs der Windreich-Anleihe rangiert mittlerweile im einstelligen Prozentbereich, immerhin flossen die Kuponzahlungen bisher noch einigermaßen regelmäßig.

Anleihehaltern, die sich mit solcherart Unternehmensführung nicht arrangieren wollen, empfehlen wir dringend, sich erfahrenen anwaltlichen Rat und Hilfe zu besorgen. In Rede stehen könnten hier Schadensersatzforderungen gegen die Unternehmensführung respektive den Inhaber, auch die sogenannte Prospekthaftung könnte ein Hebel sein. Vorsorglich sollten jedenfalls auch Pfändungsarreste in Betracht gezogen werden, um etwaige Ansprüche zu sichern und zu gegebener Zeit auch durchsetzen zu können. Gerne dürfen Sie sich auf unsere ausgewiesene Erfahrung im Wirtschafts- & Kapitalmarktrecht stützen, die ADWUS Rechtsanwälte bearbeiten ständig hunderte von laufenden Verfahren. Auch für eine unverbindliche kurze telefonische Beratung dürfen Sie sich gerne an uns wenden, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist RA Wolfgang Wittmann.

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