19.10.2015

Schimmelpilze in der Mietwohnung

Wer zahlt für die Ausbesserung bei Schimmelpilzbefall in der Mietwohnung? Ist eine Mietminderung vonseiten des Mieters rechtens? Wir klären auf:

Zu einem (sichtbaren) Wachstum von Schimmelpilzen kommt es, wenn deren Sporen ideale Voraussetzungen und Nährstoffe an feuchten Oberflächen oder Wänden vorfinden. Ursachen einer erhöhten Feuchtigkeit der Wand können Wassereintritt bei Rohrbrüchen, Risse im Mauerwerk und schlechte Wärmedämmung, ungenügendes Austrocknen bei Neubauten oder auch unzureichende Abfuhr erhöhter Raumluftfeuchte sein. Vorbeugend gegen Schimmelwachstum wirkt richtiges Heizen und Lüften mit regelmäßigem Abführen der Feuchtigkeit nach außen.

Die „Lüftungsnorm“ DIN 1946-6, gültig seit 2009 sowohl für alle Neubauten, als auch für Sanierungen von Ein- und Mehrfamilienhäusern, bei denen mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht werden, sieht die Erarbeitung eines individuellen Lüftungskonzeptes vor, sodass ein ausreichender Luftwechsel in den Räumen stattfindet.

Als Folgen von Schimmelpilz sind neben der ästhetischen Beeinträchtigung auch Atemwegserkrankungen oder allergische Reaktionen zu besorgen, wenn Sporen übermäßig eingeatmet werden. Es sollte mit der Beseitigung und zuerst Benachrichtigung des Vermieters nicht zu lange zugewartet werden.

Mittel der Wahl zum Luftaustausch ist mindestens dreimal tägliches Stoßlüften, das heißt die Fenster für fünf bis zehn Minuten zu öffnen. Ein Kippen der Fenster hingegen bleibt ohne Effekt. Ferner sind die Räume zu heizen und zu temperieren.

Entdeckt der Mieter den Schimmelbefall, so hat er den (nicht selbst verschuldeten) Mangel unverzüglich dem Vermieter mitzuteilen. Laut Gesetz (§ 535 BGB) ist die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten. So obliegt bei Baumängeln dem Vermieter die schnelle Beseitigung des Schimmels.

Kommt der Vermieter dieser Pflicht nicht nach, empfiehlt sich für den Mieter der Gang zum Fachanwalt, zwecks außergerichtlicher Geltendmachung einer Mietminderung sowie Durchsetzung seines berechtigten Anspruches auf Beseitigung des Mangels. Minderungsquoten richten sich nach dem Maß der Gebrauchsbeeinträchtigung der Mietsache und sind einzelfallabhängig, realistischerweise bei großflächigem Schimmelbefall von Wohn- oder Schlafzimmer über 50 Prozent der Bruttomiete.

Kommt es zu einem streitigen Verfahren vor dem Amtsgericht, so hat die Rechtsprechung dem Vermieter die Beweis- und Kostenlast (für die Ursächlichkeit des Schimmelbefalls und Sachverständigenkosten) auferlegt.

Sollten Sie von dieser Problematik betroffen sein, stehen wir Ihnen gerne zur Durchsetzung Ihrer berechtigten Ansprüche zur Verfügung. ADWUS Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Rath ist seit über 10 Jahren kompetenter und verlässlicher Ansprechpartner in allen mietrechtlichen Angelegenheiten.

Miet- und Wohneigentumsrecht