14.10.2015

Welche Reparaturen zahlt der Vermieter?

Immer wieder stellt sich zwischen Vermieter und Mieter die Frage der Kostenübernahme für Reparaturen an der Mietsache. Die nachfolgenden Ausführungen fassen die wesentlichen Punkte zusammen:

§ 535 Abs. 1 BGB regelt: Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten. Er hat die auf der Mietsache ruhenden Lasten zu tragen.

Mit einer sogenannten Kleinreparaturklausel im Mietvertrag (wie zum Beispiel: „Kleinreparaturen bis zu einer Höhe von 100 Euro im Einzelfall und einer Jahressumme von xx Euro übernimmt der Mieter.“) können Kosten für Kleinreparaturen jedoch unter folgenden Voraussetzungen dem Mieter aufgebürdet werden:

  1. Die Regelung gilt nur für Gegenstände, die dem häufigen und unmittelbaren Zugriff des Mieters ausgesetzt sind. 
  1. Eine einzelne Reparatur sollte in etwa 100 Euro nicht überschreiten. Die Gesamtkosten von Kleinreparaturen per Jahr sind auf sechs bis acht Prozent der Kaltmiete begrenzt.

(Besondere Bedingungen in Gestalt einer altersabhängigen Instandhaltungskostenpauschale gelten für öffentlich geförderte Wohnungen.)

Wird allerdings ein Schaden mutwillig oder fahrlässig vom Mieter verursacht, hat er keinen Anspruch auf Kostenübernahme durch den Vermieter. Die Ursächlichkeit ist im Streitfalle (z. B. Schimmelbefall durch ungenügende Lüftung) mittels Gerichtsverfahren und Sachverständigengutachten zu klären.

Der Mieter ist verpflichtet, den Vermieter so schnell wie möglich zu informieren, wenn ein Mangel und Reparaturbedarf vorliegt. Der Vermieter muss sodann diesen Mangel schnellstmöglich und fachgerecht beseitigen lassen. Unternimmt er aber nichts, sollte der Mieter sich zunächst ein zweites Mal an ihn wenden und unter angemessener Fristsetzung die Reparatur anmahnen, bevor er eigenhändig die Miete kürzt. Eine überhöhte oder etwaig nicht berechtigte Mietminderung kann nämlich dazu führen, dass der Vermieter das Mietverhältnis fristlos kündigen darf.

Vorsicht sollte der Mieter bei einer Eigenreparatur walten lassen. Greift er gerne selbst zu Zange, Schraubenzieher, Hammer, obschon ihm dazu das handwerkliche Geschick fehlt, macht er sich möglicherweise schadensersatzpflichtig, wenn zum Beispiel die fehlerhafte Reparatur anschließend nachgebessert werden muss oder Folgeschäden darauf zurückzuführen sind.

Schönheitsreparaturen bei Auszug sind dann vom Mieter zu tragen, sofern auch eine entsprechend wirksame Klausel im Mietvertrag enthalten ist.

Unwirksame Klauseln im Mietvertrag sind keine Seltenheit. Überlegen Sie sich eine anwaltliche Beratung, diese muss nicht teuer sein und hilft Ihnen letztendlich Geld zu sparen.

Sollten Sie Fragen hierzu haben, stehen wir Ihnen gerne für alle mietrechtlichen Fallgestaltungen zur Verfügung. ADWUS Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Rath ist seit über 10 Jahren kompetenter und verlässlicher Ansprechpartner in allen mietrechtlichen Angelegenheiten.

Miet- und Wohneigentumsrecht