04.03.2014

Callcenter-Abzocke: Senioren werden terrorisiert

Nach wie vor agiert offensichtlich in der Bundesrepublik Deutschland eine Vielzahl von bandenmäßig organisierten Betrügern, die massenhaft über im Ausland ansässige Callcenter insbesondere ältere Menschen mit Telefonterror überzieht.

Typischerweise sitzen die Hauptverantwortlichen und Organisatoren der Betrügerbanden in Deutschland, während ahnungs- und wehrlose Bürger von rumänischen, türkischen oder mazedonischen Callcentern aus teilweise täglich mit 20-30 ungebetenen Anrufen bedrängt werden. Die Aufhänger für solcherart betriebene "Verkaufsgespräche" gehen hier vom vorgeblich in Not geratenen Enkel oder Neffen ("Enkeltrick") über die Bewerbung völlig überteuerter Produkte bis hin zu angeblichen Gewinnspielen.

Eine im vergangenen Herbst in Nordrhein-Westfalen aufgeflogene Bande hatte alleine zehntausende Senioren betrogen, der Schaden geht hier mindestens in die Millionen. Zwei Tatverdächtige sitzen hier in Untersuchungshaft, ein dritter ist flüchtig, gegen weitere Beschuldigte wird ermittelt. Wie die Staatsanwaltschaft Mettmann mitteilt, war die Vorgehensweise der Betrüger vergleichsweise kompliziert: zunächst wurden die Opfer mit einer Vielzahl von Anrufen wegen vorgeblicher Gewinne mürbe gemacht, und dann wurden ihnen von wiederum anderen Anrufern zur Abwehr sogenannte Sperrboxen verkauft, die ungewollte Nummern blockieren sollten. Zeitgleich wurden Tausende von gefälschten Rechnungen und Abmahnungen verschickt sowie mit Kontopfändungen, Inkassomaßnahmen und staatsanwaltlichen Ermittlungen gedroht. Viele der Opfer gingen letztlich in ihrer Not auf die Drohungen ein und bezahlten, "weil sie Angst vor den Repressalien hatten". Bei Razzien und Durchsuchungen wurden über 650.000 Datensätze von Haushalten in Deutschland sowie zehntausende bereits vorgefertigte Drohschreiben beschlagnahmt.

Wie sollten Betroffene reagieren beziehungsweise welche Vorgehensweisen sind möglich? Zunächst sollten bei dem Verdacht auf solcherart betrügerische Anrufe umgehend die zuständigen Polizeibehörden eingeschaltet werden. Selbstverständlich ist grundsätzlich Information und Aufklärung über die gängigen Betrugsmaschen, hier insbesondere von Seiten der jüngeren Generation gegenüber Eltern und Großeltern, enorm wichtig.

Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen respektive wurden Zahlungen aufgrund von Drohungen geleistet, sollten umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung Maßnahmen zur Sicherung und Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen unternommen werden.

Die auf Wirtschafts-, Banken- und Kapitalmarktrecht spezialisierten ADWUS Rechtsanwälte haben bereits in einer Vielzahl ähnlich gelagerter Fälle Geschädigte vertreten und entsprechende Entschädigungen erstritten und durchgesetzt. Auch im Falle rechtskräftiger Verurteilung verantwortlicher Betrüger werden keinesfalls automatisch Geschädigte restituiert, vielmehr muss über den Weg eines sogenannten zivilrechtlichen Titels ein bestehender Schaden geltend gemacht und eingefordert werden. Gerne dürfen Sie als Betroffener sich mit uns in Verbindung setzen, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung der Sachlage ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.