05.01.2016

Dieselgate/VW-Skandal: 90 Milliarden Dollar Strafen?

Das US-amerikanische Justizministerium hat gegen Volkswagen Zivilklage aufgrund der Abgasmanipulationen eingereicht, wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.

Damit sieht das Blatt, und nicht nur dieses, eine neue Eskalationsstufe im gigantischen mutmaßlichen Betrugsskandal erreicht. Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sollen für die betroffenen 600.000 Fahrzeuge als gesamte Strafe bis zu unfassbaren 90 Milliarden US-Dollar im Raume stehen. 

Bisher war nur die Rede von maximal niedrig zweistelligen Milliardenbeträgen als drohende Bußen. Die zwischenzeitlich getätigten Rückstellungen im VW-Konzern liegen sogar noch weit unter dieser Größenordnung. Vize-Justizminister John Cruden wird von der FAZ mit den Worten zitiert:  „Die USA werden alle angemessenen Mittel gegen Volkswagen einsetzen, um Wiedergutmachung für die Verstöße gegen die Gesetze unserer Nation zu Luftreinhaltung zu erlangen“. 

Nach wie vor ist völlig unklar, wer im Konzern für die Manipulationen und mutmaßlichen Betrügereien verantwortlich zeichnet. Auch die Rolle verschiedener Zulieferfirmen wie beispielhaft Bosch, darüberhinaus aber auch eine mindestens mögliche Mitwisserschaft hoher und höchster Politischer Kreise und des Technischen Überwachungsvereines (TÜV) liegen weiterhin im Dunkeln.

Die nun vorliegende Klage wurde im Bundesstaat Michigan eingereicht und soll wohl später nach Kalifornien transferiert werden, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt. Dort befinden sich auch Sammelklagen einer Vielzahl von Autobesitzern in Vorbereitung. Das Justizministerium habe darüber hinaus mitgeteilt, dass eine mögliche weitergehende strafrechtliche Vorgehensweise gegen den Konzern durch die Zivilklage nicht berührt werde.

Wir empfehlen ein weiteres mal dringlich allen betroffenen Autobesitzern, darüberhinaus aber auch sämtlichen weiteren Geschädigten auf der Kapitalmarktseite wie den Inhabern von Anleihen sowie Aktien aus dem Konzernverbund, möglichst umgehend alle rechtlich möglichen Schritte zur Geltendmachung und effektiven Durchsetzung von Schadensersatz zu prüfen. Hierbei empfiehlt sich die unbedingte Zuziehung entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung aufgrund der hohen Komplexität der Sache- und Gemengelage.

Für unsere umfangreiche Mandantschaft prüfen wir derzeit die weitere Vorgehensweise, gerne dürfen auch Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren.