11.05.2014

"Gratis" - Spiele: Abzocke über Apps für Kinder

11.05.2014: verschiedene Medien berichten über eine Stellungnahme des nordrhein-westfälischen Justizministers Thomas Kutschaty (SPD) mit Bezugnahme auf vermeintliche "Gratis" - Spiele über Apps, also Extra-Programme für Smartphones, Tablets und Computer, die sich an Kinder richten.

Hinsichtlich der vorliegenden massenhaften Wucherrechnungen, üblicherweise über die Telefonanschlüsse der ahnungslosen Eltern, warnt hier der Minister vor einer gesetzlichen Regelung respektive massiven Verschärfung der Gesetzeslage, wie die Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf mitteilt.

Die typische Vorgehensweise der Anbieter solcher Spiele läuft wie folgt: zunächst wird ein tatsächlich kostenfreies Programm angeboten und durch die Zielgruppe (Kinder) installiert. Bald nach Beginn der Nutzung beziehungsweise Spielaufnahme gibt es allerdings die Aufforderung zu teuren Zusatzkäufen. Beispielhaft ist die Rede von virtuellen Zoos, in denen die Kinder als Tierpfleger agieren und sukzessive dazu aufgefordert werden, Nahrung "einzukaufen" und die Tiere zu füttern. Die Drohung, dass die mittlerweile liebgewordenen Kreaturen sonst den Hungertod erleiden müssten, bringt offensichtlich immer wieder viele Kinder dazu, teure kostenpflichtige Hotlinenummern anzuwählen oder entsprechende SMS zu versenden. Perfiderweise sind die entsprechenden Bezahlsysteme gewöhnlich so ausgestaltet, dass die Zusatzkäufe nicht durch aufwendige Bezahlschranken wie etwa eine Passwortabfrage "behindert" werden. Die arglosen Eltern werden erst im Nachgang mit oftmals hoch dreistelligen oder gar vierstelligen Telefonrechnungen konfrontiert, die durch solcherart Spiele generiert wurden.

Da Kinder und Jugendliche nach jungen Erwachsenen die zweitgrößte Zielgruppe für den Markt sogenannter Apps sind und hier jährlich immerhin rund eine viertel Milliarde Euro umgesetzt werden,

besteht für die Produzenten von solcherart Software ein großer Anreiz, hier auch mit unlauteren Methoden zu arbeiten. Betroffene sollten möglichst bereits im Vorfeld mit ihren Kindern die Problematik besprechen und in bereits eingetretenem Schadensfall keinesfalls dermaßen überhöhte Rechnungen bezahlen. Da Kinder und Jugendliche nicht oder nur beschränkt geschäftsfähig sind und hier überdies ganz offensichtlich unredliche Geschäftspraktiken in Rede stehen, sind die Erfolgsaussichten für Widersprüche respektive Schadensersatzforderungen für bereits bezahlte Wucherrechnungen mithilfe entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung generell hervorragend. Im übrigen tendieren die Gerichte bei Verfahren in diesem Dunstkreis regelhaft zu verbraucherfreundlichen Urteilen. Gerne dürfen Sie uns bei Problemen in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.