02.10.2014

Schlüsseldienst-Wucher: Ermittlungsverfahren wegen Nötigung

17.04.2014: die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet über einen weiteren Fall, in dem ein Schlüsseldienst einer älteren Dame für das Türöffnen 1812,96 € berechnete und das Opfer hartnäckig dazu drängte, diese überzogene Summe sofort zu bezahlen.

Da dieser Betrag die üblichen Preise um ein vielfaches übersteigt, wurde durch die zuständigen Behörden ein Ermittlungsverfahren in Gang gesetzt, der Vorwurf lautet hier auf Wucher und Nötigung.

Immer wieder wird über exzessive Gebühren für solcherart Notfälle berichtet. Wie das Verbraucherportal Geld.de vermerkt, variieren die Preise für das Öffnen respektive Aufbrechen von Wohnungstüren selbst innerhalb ein und derselben Stadt oftmals bis um den Faktor fünf, Preise von 65-300 € werden genannt. Leider muss häufig davon ausgegangen werden, dass unseriöse Dienste auch in diesen Fällen das Unwissen der Verbraucher ausnutzen und vollkommen unnötige Arbeiten "erledigen". Immer wieder wird etwa geschildert, dass beispielhaft bei Türen, die nur ins Schloss gefallen waren und mit geringstem Aufwand mittels Draht oder einer "Scheckkarte" hätten geöffnet werden können, das gesamte Schloss zerstört wird, nur um anschließend zusätzlich über den Verkauf und Einbau einer neuen Schließvorrichtung Kasse zu machen.

Insbesondere in den weit verbreiteten Telefon- und Branchenbüchern tummeln sich massenhaft schwarze Schafe: insbesondere bei Anbietern mit Kunstnamen, die etwa mit möglichst vielen "A" am Anfang beginnen, muss davon ausgegangen werden, dass es sich um Betrügerbanden handelt, die typischerweise systematisch über einige wenige Callcenter miteinander verbunden sind. Hier werden auf entsprechende Anrufe "Monteure" losgeschickt, die über Provisionen an den solcherart produzierten satten Umsätzen beteiligt werden, wie etwa auch die IHK Frankfurt bestätigt.

Was können Betroffene tun? Für den Fall des Falles sollte bereits bei telefonischer Beauftragung eines entsprechenden Schlossers genau geklärt werden, welche Arbeit zu welchem Preis erledigt werden soll. Notiert werden sollten zudem genaue Angaben über den Namen der Firma, des jeweiligen Ansprechpartners sowie des beauftragten Monteurs. Vorbeugend empfiehlt es sich, in Ruhe und ohne Notfall einen seriösen Anbieter in der Region herauszufinden und die Telefonnummer an entsprechender Stelle verfügbar zu halten.

Geschädigte, die bereits mit einer völlig überzogenen Rechnung konfrontiert sind oder gar bereits bezahlt haben, sollten umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Hilfe alle rechtlich möglichen Schritte zur Abwehr exzessiver Forderungen respektive Einforderung von Schadensersatz unternehmen. Auf diesem Gebiet existieren mittlerweile eine Vielzahl von in aller Regel verbraucherfreundlichen Urteilen, demzufolge sind hier die Erfolgsaussichten üblicherweise hervorragend. Gerne dürfen Sie sich mit uns in dieser Hinsicht in Verbindung setzen, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.