09.11.2015

Teldafax-Pleite: Schadensersatz für Strom-und Gaskunden

05.11.2015: wie das Handelsblatt in einem neuerlichen Artikel berichtet, können geschädigte Strom- und Gaskunden des Billiganbieters Teldafax auf - jedenfalls für ein übliches Insolvenzverfahren - überdurchschnittlich hohe Quoten im Hinblick auf Rückzahlungen hoffen.

Der insoweit sehr umtriebige Insolvenzverwalter Biner Bär habe höchst erfolgreich eine Vielzahl von Groß-Gläubigern auf Rückzahlung von Geldern verklagt, die diese kurz vor Toresschluss vom längst insolventen Billigstromanbieter eingetrieben hatten. Auch der Fiskus wurde gerichtlich dazu verpflichtet, mehr als 100 Millionen € an eingezogenen Stromsteuern zu erstatten. 

Vorausgegangen war ganz offensichtlich ein totales behördliches Versagen. Über Jahre hinweg, bereits 2008 und damit ein Jahr nach den ersten Stromlieferungen waren ganz offensichtlich massive Warnzeichen deutlich zu erkennen. Wegen regelhafter Zahlungsverzögerungen bei der Stromsteuer hatte beispielhaft das Hauptzollamt Aachen Vollstreckungsmaßnahmen gegen Teldafax eingeleitet und eine Vielzahl von Netzbetreibern sich bei der Bundesnetzagentur über schlechte Zahlungsmoral beschwert, allein, die in dieser Hinsicht zuständige Aufsichtsbehörde tat nichts außer dem Verfassen eines tadelnden Briefes, wie die Wirtschaftszeitung ausführt.

Insgesamt beziffert das Handelsblatt die durch den Insolvenzverwalter eingetriebenen Finanzmittel auf gut 250 Millionen €. Demgegenüber stehen Forderungen von gut 650 Millionen €, ein großer Teil der rund 750.000 Geschädigten hat Ansprüche angemeldet. Insofern kann davon ausgegangen werden, dass die Betroffenen gut ein Viertel ihres Schadens ersetzt bekommen werden. 

Sollten sich Betroffene hiermit zufrieden geben? Immer noch läuft der Prozess gegen die drei ehemaligen Vorstände des Unternehmens vor dem Bonner Landgerichts. Wie wir bereits mehrfach berichtet hatten, sollen diese sich über Jahre hinweg trotz der offensichtlich bestehenden Zahlungsunfähigkeit monatliche Nettogehälter von beispielhaft 17.000 € genehmigt haben. Insbesondere bei zu erwartenden Verurteilungen sehen wir beste Erfolgsaussichten, weitergehende Schadensersatzansprüche gegenüber den Herren Klaus Bath, Gernot Koch und Michael Josten geltend zu machen und gegebenenfalls auch durchzusetzen. Darüber hinaus sollten entsprechende Forderungen gegen weitere vormalig verantwortlich Handelnde zu prüfen sein. Gerne dürfen Sie sich in dieser Hinsicht - auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme - mit uns in Verbindung setzen.