10.11.2015

VW-Dieselgate: Manipulierter Kohlendioxidausstoß als Folge der Vorgaben Winterkorns?

Erneut sind Unregelmäßigkeiten in der Affäre bei Volkswagen um Dieselfahrzeuge ans Licht gekommen, die möglicherweise haftungsrechtliche Konsequenzen bis zum ehemaligen VW-Vorstandschef Martin Winterkorn reichen.

Vergangenen Dienstag wurde seitens des VW-Konzerns veröffentlicht, dass weitere 800.000 Fahrzeuge, davon 200.000 allein in Deutschland, von Manipulationen im Zusammenhang mit CO2-Emissionen betroffen sind. Diesen Manipulationen liegen ganz offensichtlich Vorgaben des VW-Chefs Winterkorn zugrunde, der den Kohlendioxidausstoß der Dieselmotoren bei VW bis 2015 um 30 Prozent senken wollte. Offensichtlich war dies mit der Technik allein nicht zu schaffen, deshalb erfolgten Manipulationen etwa durch höheren Reifendruck und Beimischungen im Motoröl.

Durch die Konzernspitze in Wolfsburg wurde bereits ein interner „Dieselausschuss“ eingerichtet, der mit der Aufklärung des Skandals betraut ist. Unterdessen geht die Suche nach den Lösungen für alle betroffenen Fahrzeuge im Hause Volkswagen weiter. Insbesondere die 1,6-Liter-Dieselmotoren stellen den Konzern vor nicht unerhebliche Probleme im Zusammenhang mit den erforderlichen Nachbesserungsarbeiten. Es stellt sich die Frage, ob Nachbesserungen überhaupt möglich sind. Technisch, so befürchten Sachverständige,

kann dies nur unter Inkaufnahme anderer Nachteile geschehen, beispielsweise einem nicht unerheblichen Mehrverbrauch bei gleichzeitigem Leistungsverlust der Fahrzeuge. Neben reinen Softwareupdates, die wahrscheinlich nicht zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte ausreichen, sind weitergehende Maßnahmen im Gespräch. Insoweit wird auch darüber nachgedacht, in den betroffenen Fahrzeugen andere Katalysatoren zu verbauen. Wir raten allen betroffenen Fahrzeugbesitzern, sich umfassenden rechtlichen Rat einzuholen, insbesondere vor dem Hintergrund laufender Fristen in Bezug auf die Käuferrechte. Die Rückrufe des Konzerns werden sich über Monate, wenn nicht gar Jahre hinziehen. Im Laufe dieser Zeit könnte es zum Verlust von Rechtspositionen kommen, denen bereits jetzt mit anwaltlichem Beistand gegenzusteuern ist.